Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

Rappitsch 67A
Ossiach
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Bootstour Chioggia und Adige

18.06.2017 07:52

08.06.2017

So hab ich
mir das nicht vorgestellt, heute geht es wieder nach Grado in die 2. Heimat, im
Schlepptau eines Fernreisebusses der Fa. Hochkofler. Walter der Buschauffeur
ist recht flott unterwegs, wir starten in Ossiach nur eine knappe halbe Stunde
nach dem Beginn der Ausflugsfahrt mit den Ossiacher Pensionisten, können den
Bus aber erst kurz vor der ersten Rast in Ledra einholen und überholen. In der Raststation
dann ein erster Cappuccino mit vielen bekannten Gemeindebürgern. Wir lotsen sie
dann zur Molo Torpediere in Grado wo die "Santa Maria", ein Ausflugsschiff  uns aufnehmen soll. Wir sind etwa eine halbe
Stunde zu Früh am Anlegeplatz, plötzlich kollabiert Frau Raimund, eine 91
jährige Teilnehmerin. Sie ist mit dem Rollator unterwegs, hat sich draufgesetzt
auf ihr Hilfsmittel und kippt förmlich vom Hocker. Als ausgebildeter Ersthelfer
weiß ich was zu tun ist, stabile Seitenlage und Wasser zu trinken, sie ist
wieder bei Bewusstsein. Nachdem sie wieder ganz normal mit mir spricht, bin ich
ihr behilflich, als sie wieder aufstehen möchte. Ich setzte sie wieder auf den
Rollator, kurz darauf verliert sie wieder das Bewusstsein, bricht abermals
zusammen. Der Tankwart der anliegenden Tankstelle verständigt die Ambulanz über
den Notruf, in wenigen Minuten sind sie vor Ort. Mittlerweile sind mehr als 100
Schaulustige dabei, das Linienschiff nach Triest hat auch regen Zuspruch und
unsere Ossiacher, alle möchten Wissen was den los sei. Frau Raimund kommt ins
"Pronto soccorso" in Grado, beide Schiffe verlassen Grado, die Delfino verde
teuert gen Triest, die Santa Maria beginnt ihre Lagunenfahrt nach Marano
Lagunare. Gudrun fährt mit der Ambulanz und Frau Raimund mit, ich fahre in den
Hafen und beginne mit dem Ausräumen des voll beladenen Honda. Alleine schleppe
ich Kiste für Kiste und Tasche für Tasche vom Auto zum Boot, morgen beginnt ja
unser Törn ins Po Delta, vieles ist noch zu tun an Bord, bevor wir starten werden.
Gegen 11:00 Uhr dann der Anruf von Gudrun, ich könne Beide im Krankenhaus
abholen. Was war passiert? Nun Frau Raimund war total unterzuckert, hatte schon
vor 05:00 Uhr Früh gefrühstückt und seitdem nichts gegessen und getrunken, die
Warterei in der Sonne hat seinen Teil beigetragen. Wir beschließen die betagte
Frau mit unserem Auto, jetzt leer, zu den anderen Pensionisten des Ausflugs
nach zu bringen, also auf nach Marano. Zwischenstopp dann um Wasser zu kaufen,
einen Cafe gibt es auch noch in Aquileia, dann fahren wir nach Marano wo der
Bus unserer Gruppe schon wartet. Wir setzen die Frau in den Bus und begeben uns
zur Mole wo das Boot anlegen wird, begleiten danach unsere Bekannten wieder zum
Bus und genießen gemeinsam ein herrliches Mittagessen im "alla Risata" mit
Wunschmenü auf Fisch oder Fleischbasis. Gegen 16:00 Uhr beginnen wir unsere
Rückfahrt nach Grado, der Bus fährt wieder nach Ossiach, für uns beginnt "klar
Schiff machen" im Heimathafen. Erst nach 19:00 Uhr sind wir einigermaßen
eingerichtet an Bord, unsere Törnbegleiter sind auch alle mit ihren Booten
beschäftigt, der Lohn ist ein Tagesabschluss bei Pino, der dauert allerdings
bis nach Mitternacht. Zurück im Hafen dann der nächste Schock, Dieselgeruch,
jede Menge Diesel im Hafenwasser, Wolfgangs Boot wurde heute betankt und nun
hat er die Bilge voll Diesel, was ist da wohl wieder passiert, so hab ich mir
das nicht vorgestellt!

09.06.2017

Ein
wolkenloser Tag begrüßt uns in Grado, der rote Feuerball steht wie ein
Wegweiser am Himmel als wir gegen 06:00 Uhr in der Chicca erwachen. Alle 3
Bootsnachbarn haben auch in der Marina genächtigt, wir wollen heute pünktlich
um 09:00 Uhr zu unserem Törn starten. Vorher gibt es noch ein Frühstück in der
Bar Bomben, dann Brieftasche aufmagazinieren und ab  zum Boot, es sind noch Vorbereitungen zu
treffen. Ettingers mit Gerhard treffen auch ein in Grado, der Start kann wie
geplant erfolgen. Kurz vorher treffen noch Sissy und Hubert in der Marina ein,
haben eine Flasche gekühlten Prosecco dabei und wir verabschieden uns
gebührend, stechen in See. Heute ist das Meer spiegelglatt, kein Wind, nur eine
kleine Brise begleitet uns bei unserer Fahrt, vorbei an Lignano, Bibione und
Caorle bis zur Hafeneinfahrt von Porto Santa Magherita. Dann geht es ein kurzes
Stück im Canale Orologio zurück in die Darsena della Orologio. Wir legen alle 4
Boote bei der Rezeption an, telefonisch konnten wir uns nicht anmelden aber der
Marinaio ist sofort zur Stelle und zeigt uns unsere Liegeplätze. Beim einfädeln
zwischen den Brikos hilft er mit seinem Boot und schiebt uns förmlich in unsere
Plätze, die Strömung ist stark hier im Hafen. Es folgt ein ausgiebiges
Mittagsmahl auf unseren Booten mit Schweinsbraten vom Hauser in St. Magdalen
und frischem Bauernbrot, dazu "Bratlfettn", Tomaten, harte Eier, typisch
Italienisch halt. Der Mittagsschlaf folgt wie das Amen im Gebet und danach
lockt der Swimming Pool der Marina. Gegen 18:00 Uhr machen wir uns hübsch und
ziehen in die Altstadt von Caorle, die sehr viel Ähnlichkeit mit Grado hat,
jedoch ein komplett anderes Publikum zu finden ist. Viele Bayern haben Ferien
und es ist fast ausschließlich "Piefkinesisch" zu hören. Wir finden was wir
suchen, eine Weinbude wo wir den Aperitiv nehmen, Vino della casa um € 2,00 und
der Spritzer um € 2,50, na ja nicht ganz Gradolike aber es geht. Dann folgen
Spaziergänge und wir landen in der Cala lungha einer inetressanten Fressmeile
hier in Caorle. Das Restaurant Dino hat zum Beispiel eine Fensterausgabe von
Garnelenspießen, Cartocchio die mare, eine Art Fritto Misto, ausgezeichnet und
alles um € 7,00, da schlagen wir zu. Vis avis liegt die Bar Ornella, eigentlich
auch ein Restaurant, hat aber auch einen Fensterausschank und dort kostet das
Calice vom Super Hauswein nur € 1,50 - was folgt ist, wir bleiben picken. Eine
Band spielt vor dem Municipio, wir hören die Hits der 70er Jahre ausgezeichnet
und geben unsere Plätze vor dem Fenster nicht mehr her. Normalerweise sperrt
diese Ausschank um 21.00 Uhr, aber heute ist Sonderschicht für uns, wir sind ja
auch gute Gäste. Patatine und Kalamari fritti werden zum Wein genossen und so
vergeht der erste Törnabend mit viel Spaß!

10.06.2017

Frühstück an
Bord, allein, Gudrun geht mit Helga in die Stadt auf einen Cappuccino, dann
Kartenstudium und um 09:00 Uhr in die Rezeption der Marina die Liegeplatzgebühr
bezahlen, € 44,00 für eine Nacht, ist angemessen, die Marina war perfekt. Dann
geht es pünktlich um 10:00 Uhr los, Gerhard haben wir zum Tanken nach Porto
Santa Margherita geschickt damit er seine Nussschale wieder voll macht. Ich
selbst habe heute Morgen 20 Liter Diesel nachgetankt, das reicht für die
nächsten 3 Tage, meine beiden Tanks sind voll. Wir fahren wieder am Fluss Sile
aufs Meer und entlang der Häuserfronten von Santa Margherita, Eraclea Mare und
Jesolo bis zur Mündung der Livenza. Dort kennen wir ein Restaurant mit super
Liegeplatz, leider neue Besitzer, Mittag gibt es nur Cozze oder Spaghetti mit
Meeresfrüchte, Ragu oder Tomaten, eine Pizza wäre auch möglich, alles Andere
nur Abends. Na ja wir nehmen 8x Pasta Ragu mit Salat, dazu 2 Liter vom Weißen
und dann legen wir 165 Euronen ab, kein Schnäppchen, wir kommen NICHT mehr
wieder. Kurzes Mittagsschlaferl an Bord, gestört durch unzählige Boote die
heute am Samstag ausfahren. Um 14:30 Uhr legen wir wieder ab, Kurs Conca di
Cavallino, die erste Schleuse wird bewältigt. Danach dann eine wunderschöne
Lagunenfahrt, vorbei an La Barena bis zur Marina Fiorita in Venedig Tre Porti!
Abendessen und ein wunderschöner Sonnenuntergang, der 1763te unserer
Schifffahrtspraxis, beenden diesen 2. Tag unseres Törns.

11.06.2017

Pünktlich um
10:30 Uhr starten wir nach einem Frühstück in der Marina Bar zur nächsten
Etappe nach Chioggia, Gerhard mit seinem Boot braucht natürlich wieder Sprudel
im Tank, er fährt zur Tankstelle in Tre Porti vor. Dann folgt ein wilder Ritt,
vorbei an Punta Sabbioni nach Venedig, plötzlich habe ich bei 2200 Umdrehungen
11 Knt. Geschwindigkeit auf meiner Anzeige, ein gewaltiger Tidenhub hat
eingesetzt und strömt in den Canale Elena vor Venedig. Wir halten uns links, in
diesen Wellentälern und bei diesem Verkehr am Sonntag kein leichtes
Unterfangen. Viele, viele Sonntagsfahrer sind mit ihren Booten unterwegs, dazu
kommen die Linienschiffe, Traghetti und Vaporetti, die allesamt Vorfahrt haben,
anstrengend. Es folgt ein gemütlicher Teil entlang der Innenseite der Insel
Lido bis Malamocco, danach wollen wir anlegen und eine Mittagsrast halten. Wir
finden eine geeignete Kaimauer mit Belegringen, legen an und sichern alles gut
mit Fendern, zusätzlich noch einen Kugelfender am Heck und wollen in den
Ortskern auf ein Getränk. Es bleibt beim Versuch, es gibt wie im
Strassenverkehr auch beim Bootfahren "Vollidioten" die bei
Geschwindigkeitsbegrenzung von 11 kmh mit 40 - 50 Sachen vorbei rauschen
müssen. Die Folge sind Wellen, die sich N DER Ufermauer hochschaukeln und
unsere Boote wieder gewaltig in Kippbewegung bringen. Mein Verdeck schlägt
sogar auf der Kaimauer an, die Folge sind ein Riss im Verdeck und wieder mal
die Erkenntnis, hierher fahre ich NIE MEHR WIEDER ! Vor 2 Jahren hatte ich in
einer ähnlichen Situation einen Schaden am Rumpf meiner Chicca davon getragen.
Wir fahren nach Chioggia, melden uns bei der Darsena le seline an, es bleibt
beim Versuch, sie sind voll für die nächsten Tage. Wir versuchen von Unterwegs
eine der beiden anderen Marinas zu erreichen, auch hier bleibt es beim Versuch,
es meldet sich niemand, es ist Sonntag. Wir nehmen direkt Kurs in die Marina
Mosella, legen an, fragen nach dem Marinaio, non ce, niemand da. Wir lassen die
Boote, steigen über den Zaun in die Nachbar Marina, Porto San Felice und nehmen
dort erstmal einen Cafe zu uns. Wir sehen einen "Staff" Mitarbeiter, fragen und
bekommen unsere Plätze. Die Chicca liegt zwischen zwei 14 Meter Jachten und
schaut aus wie das Beiboot der "Monte Carlo" die Steuerbordseitig liegt. Unsere
3 Bootskollegen bekommen 2 Boxen zugewiesen und sollen längsseits, aber
hintereinander, anlegen - das funktioniert mit Strömung, Wind und einem
hektischen Marinaio einfach nicht. Letztendlich nehmen Christian und Wolfgang
ihre Plätze, wie üblich, römisch katholisch ein und nehmen die Nussschale von
Gerhard in die Mitte. Dann folgt mal ein Mittagschlaf nach dieser Aufregung und
als wir uns wieder alle erholt haben wird in den Booten gegrillt, Kottelet's
vom Fruhmann, dazu Polenta - herrlich so ein "italienisches" Mittagsmahl um
16:30 Uhr. Es folgt ausgiebige Duscherei, fesch machen und ab in die City von
Chioggia, heute ist "Kirchtag" im Ort, Festa Santa PAtroni - geschätzte 40.000
Leute sind auf den Beinen, Standl'n wie in Villach am ersten August Wochenende.
Wir finden am Seitenkanal eine Kneipe, Canaval, Morgan der Besitzer ist schwul
aber ausgesprochen nett, wir vernichten gleich eine Menge vom "Vin Frizzant"
dazu gibt es Unmengen von Chips, Paprikakugeln, Tramezzini - UMSONST ! Dann
lockt der Wirbel des Festes, wir handeln uns von Standl zu Standl und bleiben
in einer Vinothek noch einmal hängen. Dann ist Mitternacht und eigentlich
wollen wir nach Hause, sehnen uns nach der Koje, was wir dann auch machen. Ach
ja, ein Metallschild hab ich am Markt erstanden " in questo casa commando io"
steht da groß drauf, das wird auch zu Hause in Ossiach montiert.

12.06.2017

Irgendwie ist
heute ein komischer Tag, schon in der Früh, vor dem Frühstück wird ein WC
Schlüssel gesucht, aber nicht gefunden, Kritik wird laut, in der Marina ist nur
für einmal Duschen Geld auf der Keycard. Gudrun versucht in der Direktion eine
Lösung zu finden. Die Schlüsselkarte ist mit € 10,00 magaziniert, muss VOR dem
Duschen zum Kartenleser gehalten werden, aber auch NACH dem Duschen, sonst wird
das Restguthaben nicht mehr auf der Karte gebucht, komische Regelung aber ist
halt so. Der verlorene Schlüssel wurde im WC gefunden und abgegeben, also hat
sich auch dieses Problem geklärt. Nach dem Frühstück an Bord gibt es die Fahrt
"Rund um Chioggia" aber heute nur mit 2 Booten, die "Marina" fährt mit Maier's
und Ettinger's und die "Felizitas" nimmt Gerhard, Gudrun und mich sowie die
beiden Eigner, die Bärntatz's auf. Gleich nach dem Ablegen finden wir uns im
Dalbengewirr vor Chioggia nicht zurecht, Wolfgang hat sein Tablett anders
konfiguriert, es fällt mir schwer den Weg zu finden. Aber das Auge des
Indianers und die Erfahrung letzter Fahrten mit dem Hausboot in diesem Teil der
Adria helfen weiter, wir finden den Weg in den Canale Lombardo der uns zur
ersten Schleuse bringt. Nach dem Schleusen überqueren wir den Fluß Brenta,
bleiben auf Kurs Süd, steuern die 2. Schleuse "Conca Adige sinistra" an. Dann
gibt es Süßwasserfahrt für die Motoren, wir fahren entlang dem Flußverlaufs bis
kurz vor die Mündung. Im Hafen Porto Fossone wollen wir pausieren, eine
Anmeldung über Telefon ergibt, leider "oggi giorno di risposo" - Ruhetag im
Restaurant und in der Bar. Wir fahren bis zur Mündung der Adige ins Meer,
finden einen kleinen Hafen, der ist so klein, dass er nicht einmal mit Namen in
den Karten bezeichnet wird, ein reiner, kleiner Privathafen. Wir legen an an
der Außenseite und bekommen Besuch von einem "Gommoni", einem stark
motorisierten Schlauchboot, Vater und Tochter weisen uns darauf hin, dass bei
der Abfahrt unbedingt auf die Wassertiefe zu achten ist, diese Mündung des
Adige ist stark versandet. Das Anlegen sei kein Problem auch der Besuch der
nebenliegenden Bar "Foce delle Adige" ist möglich. Beim Abfahren allerdings bekommen
wir Probleme, der Wind hat relativ stark zugenommen und drückt die beiden Boote
gegen die Hafenmauer, vorwärts wegfahren ist nich möglich, richtig wäre ein
"eindampfen" in eine Spring, allerdings haben wir nur kurze Leinen mit, die
langen sind in Chioggia geblieben............ Na ja was solls, der Ton wird rauher, die
Nerven liegen blank, jeder weiß was, nichts funktioniert. Ich begebe mich aufs
Vorschiff und kann mittels Enterhaken den Bug so weit wegdrücken, dass wir
Fahrt aufnehmen können, Christian, der hinter uns stand hat es etwas leichter,
er hat durch unser Wegfahren mehr Platz um Fahrt aufzunehmen und Ruderwirkung
zu haben. Wir nehmen Kurs aufs offene Meer und fahren zurück nach Chioggia,
nach dem Anlegen gehe ich schlafen, die anderen Bootsfahrer gehen zum Strand
von Sottomarina. Putzen ist angesagt auf der Chicca, alles wird gesaugt,
Motorencheck, Bilgencheck, fetten der Antriebswelle, alles wird bei geschätzten
33° im Schatten erledigt, ich schwitze wie eine Sau. Nach dem Wiederherstellen
des Urzustandes kommen die "Bader", es geht in die Dusche und nach 19:00 Uhr
machen wir uns auf den Weg in die Trattoria alla Frasca, wo wir nicht
enttäuscht werden. Spaghetti scoliera, Cozze, Fritto misto, Grigliata di pesce,
Salat, alles vom Feinsten und samt der flüssigen Begleitung für € 22,00 pro
Nase, das nenn ich Mal "molto buono" ! Dann folgt wieder ein Spaziergang in die
Innenstadt, Kurzstopp in der Enoteca San Giacomo und danach sind nach dem Fest
vom Vortag fast alle Lokale in Chioggia geschlossen. Montag ist es auch, ein
beliebter Ruhetag bei den Italienern um das Wochenend zu verlängern. Na ja eine
Eisdiele finden wir wo wir noch einen "Cafe affugato" zu uns nehmen, und
irgendwie ist die Zeit auch wieder verflogen, es ist nach 23:00 Uhr als wir den
Heimweg in die Marina San Felice in Angriff nehmen. Am Nachhauseweg sind auch
alle "Spelunken" geschlossen, viele Fischerboote kommen und fahren, wir nehmen
auf unserer "Pontile C" noch einen Gute Nacht Drink, dann ist es Schlafenszeit.

13.06.2017

Morgenstund
hat Gold im Mund, deshalb bin ich eigentlich immer als Erster munter, in den
Waschräumen und dann gibt es täglich die Schreibarbeit am PC, damit das
Schiffstagebuch auch immer aktuell gehalten wird. Heute morgen gibt es wieder
ein frisches Giabatta aus der Bäckerei zum Frühstück an Bord unserer Chicca.
Dann Kartenstudium, dann Marina Rezeption, Abrechnen und schon ist es Zeit die
Leinen zu lösen. Heute fahre ich vor allen anderen nochmals aufs Meer vor
Chioggia, die Fischerhütten am Molendamm hat keiner fotografiert, also noch mal
raus vor die Skyline von Chioggia. Ich melde über Funk meine Erledigung und
bitte meine Kollegen im Hafen, wo sie gewartet haben, abzufahren. Ich habe gute
Strömungsverhältnisse und bin schneller als erwartet am Treffpunkt, fahre
langsam unsere Richtung vor. Es werden so an die 600 Meter gewesen sein die ich
alleine in Fahrtrichtung unterwegs war, als meine Bootskollegen aus der Marina
ausfahren. Alle geben Gas um mir zu folgen, für Wolfis "Felizitas" mit den
Folgen, dass eine starke Rauchentwicklung (weiß) sich beim Boot zeigt. Na ja
ein alter "Murli" der fast 4 Jahre nicht bewegt wurde, hat auch nach einem
Generalservice vielleicht noch nicht die volle Einsatzfähigkeit. Wir bemerken,
dass bei Fahrt mit nur 1200 Touren, der Motor einwandfrei funktioniert, also
Abänderung der Fahrtroute und direkter Weg in die Marina Sanelena in Venedig.
Eine Kontrolle von Öl und Wasser, Kühlflüssigkeit folgt, alles im grünen
Bereich. Wir kochen heute wieder an Land, es gibt Frigga für alle, dazu ein
feines "Gselchtes" vom Rogatsch Bauern, es schmeckt und die erste Gesangsprobe
folgt nach dem Essen. Santa Lucia ist das Lied in diesem Jahr, nach dem 3.
Birnenbrand klingt meine Stimme einfach perfekt. Dann steht wieder Augenpflege
am Programm, danach Körperpflege und ab nach Venedig centro. Dann gleich der
erste Nepp in Venedig, € 3,00 für einen Spritz bianco, 50% Wasser, 30%
Eiswürfel, Zitonenscheibe, Olive und ein Fingerhut vom Weisswein - Sauerei ! Es
folgen die Filmaufnahmen am Kai mit Blick auf den Markusplatz, das Lied Santa
Lucia wird richtig ins Bild gesetzt. Dann trennen sich die Wege der Boatpeople,
Auffassungsunterschiede bei der Auswahl welches Lokal wird besucht, ist der
Grund. Ich mache mich alleine auf sie Sandalen, finde 2 ganz nette Lokale, das
dai Tosi und eine Ostaria an einem kleinen Kanal. Hier kostet der Spritzer €
1,20 und das Glas vom Wein nur          €
1,00 , auch das ist Venedig. Eigentlich bin ich müde und marschiere dann in die
Marin unm schlafen zu gehen. Denkste ! Wir haben Russen auf einem  Segler  mit kroatischer Flagge als Nachbarn am Steg  und diese Herrschaften leben nach eigenen
Regeln, sprich es stehen schon 4 leere Flaschen Schnaps am Tisch als ich nach
Hause komme. Gudrun kommt gegen Mitternacht, um 02:30, als ich mal pinkeln muss
sitzen unsere Nachbar noch immer am Boot und geben sich die Desinfektion. Um
03:00 Uhr wird es Gudrun zu bunt, sie meldet sich zu Wort und fordert die
Nachtruhe ein, es klappt, nach 20 Minuten ist endlich Ruhe am Schiff.

14.06.2017

Heute ist es
erstmalig am Törn nicht wolkenlos, als ich am Morgen, nach wenig Schlaf,
erwache. Gleich nach der Morgentoilette und dem Schreiben mach ich mich auf die
Socken um in einer Bar ein Frühstück zu bekommen. Im Hafen gibt es nur
Automaten Croisant's, die mag ich nicht, unser letztes Brot war verschimmelt
und mussten wir entsorgen. Wir finden ein Geschäft vor den Toren der
Kadettenschule, er hat frisches Brot und alles was das Herz begehrt. Einkauf
beendet, ab aufs Schiff und Frühstück an Bord mit frischem Kaffee aus der
Nespresso Maschine. Dann beim Bezahlen in der Marina ein Schock, seit unserem
letzten Aufenthalt vor 2 Jahren in dieser Marina eine Preissteigerung von mehr
als 100% !!!! Für weitere Aufenthalte uninteressant mit fast 70 Euronen die teuerste
Marina die ich mit der Chicca je besucht habe. Na ja was soll's, wir waren
wieder einmal in Venedig und im Vergleich zu Hotels immer noch leistbarer und
herrlich ruhig. Wir starten pünktlich um 09:30 Uhr im Hafen SantElena und
fahren erstmal nach Tre Porti, Gerhard muss schon wieder tanken, er fährt vor,
hat aber überhaupt keinen Plan wo es hin geht - na ja Vorbereiten sollte man
sich doch wenn man mit dem Boot fährt, er verlässt sich immer auf den
Rudelführer und fährt ihm nach. Ich gebe ihm über Funk durch wie er seine
Tankstelle findet, nach dem Tanken biegen wir alle in den Canale Tre Porti ein.
Die Brücke von Ca Savio ist bei dem niedrigem Tidenstand problemlos zu
unterfahren, wir kommen in den Canale Pordelli der uns wieder zur Schleuse "Conca
del Cavallino" bringt. Wir kommen danach wieder aufs Meer und fahren gen
Norden, Kurs Cortellazzo, ein Anruf in der Marina ist wenig erfreulich, KEINE
Liegeplätze frei! Na ja mit 4 Booten ist es nicht immer einfach, alleine hätte
sich vielleicht ein Platzerl finden lassen in der kleinen aber feinen Marina,
Kurze Nachdenkphase und wir fahren weiter Richtung Caorle, die dortige Marina
freut sich auf uns. Kurz vor Einfahrt in die Marina tanken wir alle bis auf
Wolfgang unsere Boote voll, mi € 1,30 für den Liter Diesel auch nicht so teuer
wie in Venedig wo Gerhard sogar € 1,74 für den Liter bezahlen musste. In der
Marina angekommen, angelegt, Verdeck geschlossen geht ein angekündigtes
Gewitter über den Ferienort nieder, wir sind froh hier im geschützten Hafen zu
liegen, es prasselt wie ein Trommelwirbel auf unser Verdeck und Vorschiff,
ideal für ein Schläfchen im Boot. Nach gut 1 ½ Stunden ist das Wetter
weitergezogen, wir machen uns auf den Fußmarsch in die Altstadt. Nach
getrennten Wegen, einige wollten Abendessen, Einige nicht, Andere nur spazieren
- kurzum wir treffen und wieder alle bei der Bar Ornella, wo wir schon beim
letzten Besuch die Sperrstunde überschritten haben. Heute gibt es sogar eine
Runde Limoncello auf Haus, wirklich nette Leute hier in dieser Kneipe, die
Getränke sind ausgezeichnet, immer wieder gibt es kleine Happen, Kalamari,
Pommes, Pizzaschnitten - es passt einfach. 21:00 Uhr wäre normalerweise
Sperrstunde in dem Laden, wir zögern wieder bis nach 23:00 Uhr hinaus, sind
aber auch gute Gäste, laden die Junior Chefin mit Gattin ein, ihre Mutter und
ihre Großmutter schauen vom Fenster der darüberliegenden Wohnung zu. Um 23:30
Uhr ist Schicht im Schacht, wir legen uns in die Kojen.

15.06.2017

Sonnenschein
am frühen Morgen, Frühstück an Bord, heute haben wir keinen Stress, wi haben
gleich nach dem Start eine Brücke zu passieren, die öffnet erst um 11:00 Uhr.
Beim Bezahlen in der Marina kündigt uns die nette, freundliche Dame in der
Marina beim Brückenwärter an, so ist es perfekt. Nur leider kommt es mal wieder
anders als gedacht, wir starten in der Marina zeitgerecht, sind 5 Minuten vor
11:00 Uhr bei der Drehbrücke, nur kein Brückenwärter in Sicht. Man muss aber
Wissen, es ist ein Kanal, es gibt Strömung und das Boot ist nur mit Gashebel am
Stand zu halten, mühsam, aber es gibt keine Alternative. Dann kommt der
Brückenwärter und lässt uns noch 10 Minuten warten bis er den Schranken für den
Autoverkehr schließt. Erst danach kann er die Drehbrücke öffnen. Nach der
Durchfahrt, die ich entsprechend unfreundlich passiere, erkenne ich auch den
Grund, ein Ausflugsschiff kommt uns gleich nach der Brückendurchfahrt entgegen,
es hat Verspätung und dadurch entstand unsere Wartezeit. Na ja die Fahrt danach
im Kanal ist nur ekelig, Dreck, Algen, stinkige Brühe, erst als wir in den Fuß
Livenza einfahren ist das Wasser wieder Wasser, wir fahren langsam und machen
viele Fotos in der Lagune von Caorle, wie dieser Flußabschnitt genannt wird. Es
folgt der geplante Abstecher zum Mazarack, einem super Fischlokal in Brussa,
mit eigenem Anleger für Gäste, wir bekommen alle 4 Boote nebeneinander Platz
und schmausen vorzüglich. 40 Jahre gibt es schon diese ehemalige Fischerhütte,
die mittleweile zu einem Super Restaurant umgebaut wurde, die Küche ist ein
Schmuckstück, aber die Preise sind immer noch perfekt - ein 300 Gramm Cefalu
kostet vom Rost € 12,00 die Pasta gibt es ab € 6,00 pro Portion. Sardinen
frittiert sind der große Renner. Es vergeht schon eine gewisse Zeit bis wieder
die Motoren anwerfen um in unser nächstes Tagesziel zu fahren, Bibionecamping
Campolongo steht auf der Reiseroute. Angekommen nutzen wir gleich mal die
Poolanlage, genießen einen "Affugato" in der Strandbar und sind dan auch Gäste
bei der Showbühne, heute Schaumparty und Livemusik, leider nicht unsere Musikrichtung,
zu laut und zu viele Bässe. Wir wechseln in das Strandrestaurant und nehmen
noch einen Gute Nacht Drink bevor es in die Federn geht.

16.06.2017

So schnell
geht es, schon wieder der letzte Tag unseres Törns. Frühstück am Steg, mit
Kaffee, Giabatta und Brioche alla crema, danach Schock beim Bezahlen an der
Kassa von Campalonga - über 1 Stunde Wartezeit zu zahlen, besonders "gscheide"
Deutsche Artgenossen, wollen 3 Wochen für 3 Familien in 3 Mobilheimen Cash
bezahlen, alles mit 50er Scheinen - denn sie Wissen nicht was sie tun. In
Italien kann man Bar nur max € 999,00 pro Rechnung bezahlen, da diese
Deutschtouristen keine Card besitzen musst die Kassiererin mehr als 20
Rechnungen ausstellen, und das dauert, eine Schlange von mehr als 50 Personen steht  an - UNVERSTÄNDLICH -aber ist halt so. Wir
starten dann trotzdem um 10:00 Uhr durch den Canal der Bibione mit dem
Tagliamento verbindet, glasklares Wasser,dann im Fluß, danach geht es aufs
Meer, Kurs Porto Buso. Dann folgt auch schon der letzte Teil des Törns, in der
Lagune bis Grado. Am Liegeplatz dann die übliche Arbeit nach einer Bootstour,
Deck schrubben, ausräumen, Platz schaffen für die weiteren Bootstage. Am Abend
dann Abschlussessen im Nettuno, Rückblick auf lustige und weniger Lustige Momente.
Das Unwort des Törns war "vaginieren" welches Carmen anstelle von "navigieren"
verwendete. Insgesamt haben wir in der Törnwoche 265 Kilometer zurückgelegt und
dafür 21 Stunden Fahrtzeit aufgewendet. Schön wars, morgen geht es mit der Wing
wieder nach Hause, Arbeit wartet, aber am Mittwoch komm ich wieder.....