Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

Rappitsch 67A
Ossiach
9570
+43.6602722718
scbe12@drei.at

das erste Mal

03.06.2017 15:47

26.05.2017

Das erste Mal - Das erste Mal im Boot geschlafen, das erste Mal gebadet, das erste Mal ein
Wochenende mit meinen Söhnen alleine am Meer. Am Freitag nach der Arbeit von
Stefan, er musst bis 18:00 Uhr in Ferlach sein Geschäft offen halten, dann
Villach fahren, duschen, umziehen und ab nach Treffen zum Treffpunkt. Markus
kommt von Klagenfurt, mich hat Gudrun nach Treffen gebracht. Wir starten um
19:30 Uhr beim Kreisverkehr, um 21:00 Uhr stehen wir vor der Hafentüre. Große
Aufregung, Wolfis Boot lässt sich nicht mehr steuern, Christian ist ihm zu
Hilfe gefahren, kann aber das Boor nicht mehr aus dem seichten Wasser ziehen,
eine Batella macht es dann und schleppt Wolfis Boot nach Grado. Na ja wir
beruhigen uns bei Pino und es gibt's sehr viel zu erzählen am ersten Abend,
Hubert kommt dazu, Ferdl auch und es wird spät......

27.05.2017

Es ist schon nach 08:00 Uhr als die Buam munter werden, ich fahre mit Beiden in den Stadthafen
zum Frühstück. Es gilt auch noch Jause zu kaufen in der Markthalle, alls
Mittagssnack und dann starten wir zur Banco d'orio zum ersten Sprung in die
Fluten, bei 22,4° Wassertemperatur. Dann ein wenig entspannen in der Sonne, um
11:30 Uhr werfe ich den Motor wieder an. Am Meer, vorbei an der Skyline von
Grado geht es nach Tenuta und dann in die Lagune wo wir vor dem Camping
Belvedere einen luftigen, sonnigen Mittagsplatz finden. Keine Boote, nur ein
laues Lüfterl und die Sonne sind Zeugen eines opulenten Mittagmahles mit
Thunfisch, Salami, Mortadella und Prosciutto crudo und dem folgenden
Mittagsschlaf aller drei Beteiligten, es gilt einiges an Schlaf nach zu holen.
Dann nach dem Mittagsschläfchen schmeckt auch wieder ein kühles, bleifreies
Gösser, hervorragend. Erst nach 16:30 Uhr lichten wir den Anker und fahren
zurück in die Marina auf der Isola Schiusa. Dann wird geduscht und gestylt, es
geht heute zum Abendessen nach Turriaco. Wolfi und Carmen kommen auch mit,
zuerst zu einem Weinbauern in Turriaco (1 Liter Wein € 4,00)und danach zu Luci
in die Baracca del pesce zum Abendmahl. Markus gibt sich eine Portion Cozze als
Vorspeise und danach so wie Wolfi, eine Portion Pasta marinara. Stefan, Carmen
und ich teilen heute den Geschmack für einen gemischten Fischteller, mit
Branzino, Schwertfisch, 2 Scampi und einen großen Tintenfisch. Ein Mousse mit
Heidelbeeren rundet ab, den Prosecco hat Luci spendiert, er ist ja mein
Bootsnachbar in der Marina von Ricardo. Abschluss wieder bei Pino undes wird
wieder nach Mitternacht bis wir in die Kojen kommen.

28.05.2017

07:30 Uhr Tagwache, Körperpflege und ab in die City mit dem Fahrrad zum Frühstück, heute
in der Bar Bomben mit Brioches und Cappuccino. Es folgt eine Fahrt mit der
Chicca den Fluß Natissa hoch nach Aquileia, wo wir direkt vor dem Rathaus
anlegen. Es folgt ein kurzer Fußmarsch und wir sind in der Taberna Marchiani
zum Frühschoppen. Frisch gezapftes Bier, Gudrun kommt mit den Weichselbaumer's
aus Hallein nach und wir genießen gemeinsam die Sonne und den herrlichen Tag.
Danach geht es in die Marina von Aquileia und ins Restaurant da Nettuno wo wir,
wie immer, vorzüglich speisen. Es folgt was folgen muß, ein Mittagsschlaferl an
Bord, es ist schon nach 15:00 Uhr als wir erwachen. Alle drei "Schicho's" sind
wieder munter, es geht zurück in die Marina in Grado. Um 16:10 Uhr legen wir
an, um 16:30 Uhr sind die "Buam" schon wieder am Heimweg. Gudrun und ich
treffen uns mit den Salzburgern, aber auch mit den "Zöhrer's" aus Klagenfurt.
Vor einem Jahr waren wir gemeinsam in Kalabrien auf Urlaub, haben uns kennen
gelernt und treffen uns nach einem Jahr in Grado wieder. Natürlich gibt es viel
zu erzählen, was wir bei Lucy und in der Ostaria Filomena auch erledigen. Um
22:30 ist aber genug geplaudert, es geht zur Chicca und ins Bett.

29.05.2017

Gemeinsames Frühstück mit Gudrun in der Bar Bomben, dann kurz in den Supermarkt in
Fiumicello und danach gleich nach Mossa, meine Gold Wing holen. Sie hat die
letzten 2 Wochen hier zum Service verbracht, hat neue Zahnriemen erhalten,
Ölwechsel, alle Filter wurden gewechselt und auch der Kardanantrieb wurde
serviciert. Eine neue Batterie war auch erforderlich und so bin ich etwas mehr
als einen Tausender wieder los. Gemeinsam geht es zurück nach Villesse ins
Tiare EKZ, ich brauche wieder Internet an Bord der Chicca, es geht ja bald los
mit unserem Törn. Alles erledigt, zurück nach Grado, bei Pino trifft man sich
wieder. Zöhrer's, Weichselbaumer's, die Schwester von Dagmar Zöhrer, Waltraut
mit ihrem Mann aus Wolfsberg stossen auch noch dazu. Heute geb ich mir eine
Leber Venezianische Art, Gudrun nimmt Pasta con salsicce und peperoncino. Dann
fallen mir die Augen zu............. Am Nachmittag fahren wir mit unserer Chicca zur
Insel Barbana, hier im Schatten ist es einfach herrlich. Am Abend sind wir in
der Serenella angemeldet zum Abendessen, Wiggerl und Helene kommen auch dazu,
den Abschluss bilden 2 Flaschen vom Pi not nero bei Pino, dann sind alle
erschöpft und wollen ins Bett. Ferdl und Marina haben wir leider versäumt, wir
wareb zu lange bei Annalisa und Guido.



30.05.2017

Zur Abwechslung mal Motorradpflege schon zeitig am Morgen in der Marina, meine Wing
ist vom langen Stehen in der Werkstätte verstaubt. Wasser Narsch und Mopped
geputzt schon vor 08:00 Uhr. Danach dann zum Frühstück, heute in der Bar
Tergesteo, mit Brioche und Cappuccino. Dann folgen 2 Stunden relaxen an Bord
der Chicca, ein wenig putzen kommt noch dazu, dann kommen schon die Gäste. Mit
8 Personen geht es zur Insel Barbana, Kirchenbesuch, Frühschoppen und
Mittagessen folgen. Alle sind hoch zufrieden, jedem schmeckt es, auf Haus gibt
es Santonego und Limoncello. Das ist Leben, so sollte es noch lange Zeit
bleiben. Zurück im Hafen, verlassen uns Zöhrer's und Müller's aus Wolfsberg,
ich mache ein Powernapping, dann wird es richtig heiß in Grado, heute zeigt das
Thermometer erstmals mehr als 30°, der Sommer ist schon angekommen. Der
restliche Nachmittag wird mit chillen an Bord verbracht, erst nach 18:30 Uhr
wird geduscht und ab in die Altstadt, wir treffen uns mit Marina, Ferdl, Helene
und Wiggerll und wir sitzen dort bei lauen 26° bis gegen 22:30 Uhr, dann sind
wir Bettreif.


31.05.2017

Frühstück heute alleine in der Bar Bomben, schon um 07:00 Uhr, danach wird die Chicca
geputzt, es waren ja viele Leute an Bord und auch der hochgezogene Anker hat
Spuren hinterlassen, ich will sie sauber haben meine Chicca. Radl'n ist heute
angesagt, die Ex Profis Ferdinando Trodt vom GS Friuli Team und Luigi Valotti,
ex Tibet und Wüstenradler wollen es mir heute zeigen, Start 09:00 Uhr beim
Hotel Astoria, Gott sei Dank kenne ich die Gegend und kann abbrechen wann und
wo ich will, wenn sie mir zu viel Gas geben, die zwei "Himmelhunde" auf dem Weg
zur Hölle ! Es ist aber auszuhalten mit den Beiden, nur am Beginn bis Fossalon
fahren wir einen Schnitt von über 30 kmh, dann werden sie wieder vernünftig und
es ist ein schönes Training auf unserer Standardstrecke über Canevo, Isola
Morosini, Fiumicello, Ruda, Villa Vicentina und Aquileia zurück nach Grado. Am
Dammweg wollen sie es nochmals Wissen und geben Vollgas, mit über 40 kmh geht
es gen Grado, nur die letzten 500 Meter muss ich w.o. geben, ich bin leer in
den Beinen. 60 Kilometer mit einem Schnitt von 27 und ein paar zerquetschte
haben mich dann doch kaputt gemacht. Bei Pino gibt es Kohlenhydrat Nachschub
mit Flüssigkeitsauffüllung, dann folgen Mittagsschlaf und eine weitere Fahrt
nach Barbana mit unserer Chicca. Zum Abendessen sind wir heute im Hotel Astoria
mit unseren Halleiner Gästen verabredet, sie haben dort Quartier und schwärmen
so vom Essen, wir testen und sind auch wirklich erstaunt, für € 18,00 pro
Person gibt es ein Antipasti Buffet, dann 4 Vorspeisen und 4 Hauptspeisen zur
Auswahl, Salatbuffet und Mehlspeisen vom Feinsten runden ab. Ich hatte Lust auf
eine Gemüsesuppe und Kaninchen Rollbraten, Gudrun wählte Pasta amatricana und
ebenfalls das Kaninchen. Richtig "voll" mussten wir dann noch einen
Verdauungsspaziergang machen, trafen auch noch Ferdl und "beteten" Stationen
nach Hause, es war schon fast Mitternacht als wir das Licht löschten.

01.06.2017

Frühstück wieder solo in der Bar Bomben, Gudrun ist noch voll vom gestrigen Abendessen,
dann wird die Goldwing gesattelt, wir treffen uns mit Weichselbaumer's aus
Hallein, sie wollen Triest einen Besuch abstatten, wir führen sie hin. Zuerst
ein Parkplatz ist das Thema, wir haben Glück und Wiggerl bekommt einen vor der
großen Mole, ist halt Kurzparkzone, aber egal, wir wollen eh nicht übernachten.
Ich stelle meine Wing direkt vor der Mole ab und wir marschieren gemeinsam über
die Piazza unita, heute ist ein Flieger aus der Frecce Tricolore Mannschaft am
Platz ausgestellt. Wir machen einen schönen Spaziergang durch Triest, wandern
zum Kanal und gönnen uns einen Cafe im Schatten, es hat schon 32° in Triest.
Dann zum Markt, zur Synagoge und wieder zurück zum Hafen. Es folgt eine
Stppvisite vom neuen EATALY, einem Supermarkt mit Direktverzehr, ähnlich wie
ich es seinerzeit in Wien beim Museumsquartier für SPAR entwickelt habe. Super
Design, Markt über 2 Etagen aber preislich nicht für Jeden geeignet. Pizzaschnitten
werden nach Gewicht angeschrieben und verkauft, so kosten 4 kleine
Pizzaschnitten schon mal 15 Euronen. Dazu € 4,00 für einen weißen Spritzer der
zu 70% aus Eiswürfel und Wasser besteht. Unsere Salzburger verlassen uns und
Triest und begeben sich auf den Heimweg nach Hallein, wir schnuppern noch ein
wenig im Eataly und machen uns dann auch auf den Weg zur Wing. Diese ziehrt
dann ein Strafmandat der Policia Locale wegen Parken am Gehsteig, weit und
breit kein Gehsteig zu sehen, ich ignoriere den Wisch und wir machen uns auf
den Rückweg nach Grado. Einen Stopp legen wir noch ein, aber um 14:30 Uhr sind
wir im Supermarkt Grado die Wasservorräte nach zu füllen. Danach kommt Gianni
aufs Boot und repariert mir meine Persenning, ich habe einen "Bottoni" verloren.
Die Hitze ist unerträglich in Grado, also ab zur Insel, ab nach Barbana. Hier
ist es im Schatten der Bäume wirklich angenehm aus zu halten. Heut bleiben wir
etwas länger auf der Insel, morgen ist Feiertag in Italien, da wird wieder die
Hölle los sein im kleinen Hafen. Erst nach 18;00 Uhr fahren wir zurück, machen
uns hübsch und fahren mit Maier's und Bärntatz's nach Terzo zum Zorat, er hat
ab Montag wieder den ganzen Sommer geschlossen, einmal noch eine Stinco essen,
das ist es - that's it ! Um 22:30 Uhr ist Nachtruhe, eine herrliche Nacht,
rundum Wetterleuchten aber in Grado bleibt es trocken.

02.06.2017

Der Sommer ist angekommen in Grado, schon gleich am Morgen zeigt das Thermometer 23°, kein
Wind, keine Wellen, spiegelglattes Wasser. Ab zum Frühstück in die Bar Bomben,
und gleich danach zum Supermercato Jause kaufen, heute erster Badetag für uns
in Grado. Das Wasser hat schon am Morgen 24,5°, unser Ankerplatz vor der Banco
d'oro ist leer als wir um kurz nach 09:15 Uhr den Anker werfen, aber nach und
nach trudeln die Boote ein. Wir machen einen Starndspaziergang, die Möven sind
sehr agressiv heute, es ist Brutzeit auf der Insel. Als wir nach 1 Stunde
zurück kommen, steuert Christian gerade den Ankerplatz an. Das Wasser ist
herrlich, absolut sauber, Grado hat heuer zum 29. Mal in Folge das "blaue Band"
für saubere Strände und beste Wasser Qualität verliehen bekommen. Länger als  eine Stunde sind wir im Wasser, plaudern mit
Maier's und genießen die Ruhe hier am Meer. Mittag dann ein kleiner Snack an
Bord, danach Mittagsschläfchen im leicht aufgekommenen Wind, an Bord der
Chicca. Nach 14:00 Uhr ist es vorbei mit der Ruhe, unzählige Boote sind
unterwegs, heute am Staatsfeiertag "Festa di republica" und entsprechend ist
auch der Wellengang. Der Wind hat auch zugenommen und lässt die Wellen bald auf
mehr als 50 cm anschwellen, nicht mehr lustig zum Sonnenbaden. Also noch mal
für eine dreiviertel Stunde ins Wasser, dann Anker hoch und ab zur
Lieblingsinsel. Dort erwarten uns Boote in Dreierreihen im kleinen Hafen, keine
Chance auf einen Liegeplatz. Doch ich habe Glück und ein Boot, ungefähr in
unserer Größe verlässt Barbana, ich schnappe mir den Platz an der Außenmole und
wir haben wieder festen Boden unter den Füßen. Wahnsinn was sich hier abspielt,
Magda die Chefin vom Ristorante "Pellegrino" ist verzweifelt, lauter Verrückte,
sagt sie mir als ich uns einen Cappuccino hole. Wir finden aber auch ein
ruhiges Plätzchen und gegen 17:00 Uhr lichten sich die Boote im Hafen und an
der Außenmole. Bärntatz's und Maier's kommen nun auch auf die Insel, wir haben
uns zur Tavolata verabredet. Alles da, von Schweinsbraten mit Schwarzbrot bis
zu Prioscutto crudo und Gorgonzola mit Chiabatta, Weißwein, Rotwein, Bier Wasser
- einfach herrlich. Gegen 18:30 Uhr geht uns die flüssige Nahrung aus, wir
bunkern bei Magda nach und sitzen bis nach 20:00 Uhr auf der Insel. Dann kommen
an die 15 Canotteri, Paddelboot Fahrer, die hier übernachten und bringen uns
eine Flasche Schnaps auf Basis Ruccola, wir revanchieren uns mit Zirbe,
Bärntatz haben heute 33. Hochzeitstag, wieder mal was zu feiern. Erst nach
21:00 Uhr fahren wir auf der Insel ab, es wird eine Nachtanfahrt nach Grado,
aber kein Problem für uns Experten, alle finden zurück an den Steg, das Anlegen
funktioniert auch tadellos, nur dann passiert mir ein Missgeschick. Will vom
Steg auf die Badeplattform springen, rutsche aus am nassen Thermowood und
schlage rücklings, mit dem Kreuz auf den Steg, das Stromkabel vom Landanschluß in
der Hand. Es kommt wie es kommen muss, Kurzschluss, kein Strom mehr am gesamten
Steg und ich schreie vor Schmerzen, es tut wirklich höllisch weh. Gott sei Dank
hab ich mit dem Kopf nicht angeschlagen und die Rippen haben meine 100 Kilo
abgefedert, wenn auch mit Folgen. Wir können den Strom nicht mehr zum Fließen
bringen, der Hauptautomat ist gefallen, da kommt nur Ricardo mit seinem
Schlüssel ran, also heute keine Batterien laden, nur Bordstrom und auch den
Kühlschrank muss ich auf Gasbetrieb laufen lassen. Nach der Dusche gleich ins
Bett, es hilft nur Pakemed 500, die Nacht wird zur Qual.

03.06.2017

Die Schmerzen sind auch am Morgen noch da, das Kreuz ist wirklich in Mitleidenschaft gezogen,
ich beschließe mit Gudrun nach Hause zu fahren. Ein letztes Frühstück in der
Bar Bomben, dann das Motorrad in Ricardos Marina versperren, verabschieden von
den Bootskollegen und ab nach Österreich, falls die Schmerzen nicht aufhören
hab ich hier die bessere medizinische Betreuung. Ich muß einfach FIT werden bis
Donnerstag, denn am nächsten Freitag startet unser Chioggia Törn, den will ich
nicht auslassen, schließlich bin ja ich der Reiseleiter.....