Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

Rappitsch 67A
Ossiach
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Grado im Herbst

29.09.2017 16:15

20.09.2017 Regen, Regen, Regen,
ununterbrochen Regen seit unserem letzten Aufenthalt in Grado, sogar die
Schneefallgrenze ist unter 1000 Meter gefallen, Gerlitzen und Dobratsch alles
weiß, am Morgen nur 7° in Ossiach - der Herbst ist da! Gleich am Morgen beginne
ich die Terrasse winterfest zu machen, Stühle werden alle gewaschen und von
einer Plane abgedeckt. Der Griller und die Palme kommen in den Abstellraum zum
Überwintern, die Schirme kommen in die Garage, nur die Blumen bleiben noch,
hier ist noch eine Sonderschicht einzulegen. Gegen 10:30 Uhr wird die Wing
gesattelt, noch auf einen  Sprung zu meiner
Mutter und dann gen Grado, heute direttissima durch das Kanaltal runter an's
Meer. Thermohose und Bullson Jacke mit Softshell Unterzieher, lange (Ski)
Handschuhe und feste Schuhe, sonst wäre es nicht möglich zu fahren, die
Temperatur ist immer noch unter 10° - schlichtweg kalt. Tankstopp noch in
Villach, volltanken und dann geht's los mit dem Mopped nach Grado. Sollten sich
schöne Tage ergeben (was ich hoffe) möchte ich vielleicht auch mal ins Karst
fahren und eine Ozmiza besuchen, schau ma Mal. Die Anfahrt nach Grado beginnt
eiskalt, bis Pontebba hat es keine 10° und es ist wirklich kalt auf der Wing,
trotz Heizung für die Füße und Skihandschuhe welche für     -30° angepriesen werden. In Chiusaforte
kommt die Sonne und gleich wird es angenehm, ab Carnia ist es wie es sein soll.
Cafestopp dann in Palmanova, um 13:45 bin ich im Hafen und dann wird mal
eingeräumt und gecheckt ob alles OK ist. Um 15:00 Uhr bin ich startklar, drehe
meine Standard Runde mit dem Rad, knapp 50 Km, es ist wie es sein soll, 21°
Lufttemperatur, kein Wind und es rollt gut. Nach meiner Rückkehr wird das
Motorrad versorgt und abgedeckt, ich dusche und dann ist TV angesagt. Habe ja
heute meinen ersten 0 Tag der 1.0=2 Diät von Bernhard Ludwig, einen Tag essen,
einen Tag fasten, so soll es funktionieren, bin gespannt. Viel Wasser trinken
dadurch hat man kein Hungergefühl, aber als im TV die Leute essen bekomme ich
schon Lust auf was zu beissen, aber ich bleibe hart. 22:30 Uhr ist Nachtruhe.

21.09.2017 Ich werde erst um
07:30 Uhr wach, kalt war die Nacht an Bord, der Gang zur Morgentoilette ist
nicht angenehm, ich nehme eine Softshell Jacke, dann geht's. Schon vor 08:00
Uhr steht Fabrizio in der Marina und bringt mir den neuen Verschluß für den
Kühler. Es fehlt wieder mehr als 1 Liter Kühlflüssigkeit, Fabrizio meint durch
die Notlösung ohne Dichtung wird es die Kühlflüssigkeit in die Bilge gedrückt
haben, na schau ma Mal. Ich fahre in die Bar Tergesteo zum Frühstück, nach der
Rückkehr um 09:04 Uhr starte ich zu einer Tenuta Runde, möchte ja Wissen ob
alles passt. In Barbana nach 2 Stunden Fahrzeit messe ich die Temperatur am
Motor, max.78° hat es am Motorblock, tw. sogar weniger, also von der Temperatur
her sollte es passen.  Wie immer eine
"Superportion" Spaghetti ragu von Gianluca, dazu ein ¼ Rotwein, Wasser und Cafe
- danach Mittagsschlaferl. Mehr als 3 Stunden verbringe ich in der Sonne in der
Lagune, um 16:00 Uhr geht es zurück in den Hafen. Besuch aus Villach erwartet
mich heute, Mario und Edith sind am Campingplatz Tenuta und kommen auf einen
Drink, danach geht es zu Lucia und Andrea in's wine & gourmet, heute spielt
Angelo wieder Live mit seiner Gitarre. Nora, Zita, Bruno, Christian, alle
trudeln ein, es macht Spaß die "alten Hadern" aus Italien zu hören, mitsingen
ist angesagt, Mitternacht ist Schluß, der Nachbarn wegen. Mit dem Rad'l geht es
zurück in den Hafen, an Bord der Chicca wartet der Schlafsack..........

22.09.2017 Herrlich diese Nacht
an Bord meines Schiffes, absolute Ruhe, ich erwache erst nach 08:00 Uhr, heute
ist ja wieder ein 0er Tag, also KEIN Essen, daher auch kein Frühstück, aber ein
Cappuccino muss sein. In der Bar Tergesteo wird dies erledigt, Post im Internet
auch, dann kommen Nora und Bruno vorbei auf ein Frühstück. Bruno fährt heute
mit Vitti nach Slowenien in ein Ex Schloss von Tito in Vipava. Nora fährt mit
Zita nach Gorizia, dort findet zur Zeit das Fest "Gusto di frontiera" statt,
wäre für uns auch ein lohnendes Ziel mit dem Motorrad - na ja vielleicht
Morgen, wenn Dorli und Gudrun auch wieder in Grado sind. Unsere beiden besseren
Hälften kommen heute Nachmittag, das Wetter passt, schau ma Mal. Um 11:00 Uhr
mache ich meine Standard Rad'lrunde, Cappuccino Pause in Caneo, um kurz nach
13:00 Uhr bin ich wieder daheim. Kurzes Mittagsschlaferl dann kommen unsere
Mädels, mit Sack und Pack. Am Nachmittag geht es dann zur Lieblingsinsel,
Christian ist schon dort, also nehme ich Dorli mit nach Barbana. Dort
verbringen wir wieder Stunden mit "ratschen" und schaun, erst gegen 19:00 Uhr
verlassen wir die Insel im herrlichen Sonnenuntergang. Dann im Hafen haben wir
eine Gelseninvasion, es hilft nur mehr der Staubsauger, aber dann ist die
Chicca dicht und wir haben Ruhe von den Plagegeistern. Nachdem ich heute ja
Fasttag habe ist Gudrun soldarisch mit mir und wir bleiben an Bord, machen uns
einen Fernsehabend am Schiff. Um 22:00 Uhr ist Schluß mit lustig, Gerät aus,
schlafen.............

23.09.2017 Heute haben wir mit
Maier's einen Moto Ausflug am Programm. Wir wollen in den Karst und dann nach
Görz zum Stadtfest "Gusti di frontiera"!  Frühstück heute in der Bomben Bar, es ist
Markttag und mit dem Moto können wir nicht zur Tergesteo fahren. Auch gut, so
kommt Gudrun zu ihrem "Nussbrioche" und für mich gibt es ein Brioche alla
crema. Dazu den guten Illy Cafe der in der Bar Bomben Standard ist. Auch ein
kurzer Marktbummel in Grado geht sich noch aus, die 112te Jacke wird gekauft
(nicht von mir) und um kurz nach 10:00 Uhr treffen wir Maier's und starten die
Mototour. Über Monfalcone nach Sistiana dann in den Karst bis Basovizza. Dort
gibt es eine Gelateria, Bar und Pasticceria vom Feinsten, wir genießen den Illy
Cafe im Garten, fahren danach nach Lipica. Leider ist dort heute ein Wettbewerb
für Gespannfahrer und es gibt keinen Parkplatz, nicht einmal für Motorräder,
alles voll - tutto pieno! Also weiter im Karst über Divaca, Sezana, Kriz und
Skopo wo wir einen Tankstopp einlegen. Der Hunger meldet sich auch schon, es
ist ja schon nach 13:00 Uhr, aber es findet sich nicht's wo man etwas zwischen
die Zähne bekommen könnte. Wir ändern die Route und fahren in das Vipava Tal
und besuchen die Gostilna Anja, wo wir wirklich super Speisen, Nudelsuppe und
Pilzsuppe bzw. Polenta mit geröstetem Karstschinken als Vorspeise und Gordon
bleu bzw. Mixed Grill als Hauptgericht. Tolle Portionen, preislich absolut günstig
und wichtig AUSGEZEICHNET geschmeckt hat es auch. Leider fällt der
Verdauungsschnaps heute aus, mit dem Motorrad ist es nicht ratsam. Das nächste
Ziel ist Gorizia, dort findet heute das Fest Gusti di frontiera statt, ein
"Fressfest" mit tausenden Ständen mit Spezialitäten aus ganz Europa, von
Aserbaitschan bis Zürich. Auch Österreicher sind viele unter den Ausstellern
und Anbietern von Stelzen, Spanferkel, Ripperl und natürlich Bier. Wir sind
Gott sei Dank satt und können nichts mehr essen, aber der Bummel bzw.
Verdauungs Spaziergang tut gut. Wir machen noch einen Abstecher in einen
Innenhof, wo eine Osteria eingerichtet ist und kosten den Wein, aber nur ein
Glas,erst nach 18:00 Uhr beginnen wir mit der Heimfahrt nach Grado. Es folgt
eine Dusche, kurz rasten und dann ab in die City, wir besuchen die Hosteria di
gustibus und wine&gourmet, dann ist Zeit zum Schlafen!

24.09.2017 Leider keine guten
Wetteraussichten für heute, Regen soll kommen und es beginnt schon um 08:00 Uhr
zu tröpfeln, na ja wird halt nix mit Rad'lfahren heute. Gudrun fährt alleine
zum Frühstück in die Bar Bomben, ich habe heute wieder Fasttag. Nachdem die
Wetteraussichten immer schlechter werden habe ich mich schon auf einen
langweiligen Tag an Bord der Chicca eingerichtet. Gudrun kommt, auf Grund des
mittlerweile starken Regens, erst gegen 11:00 Uhr vom Frühstück zurück, sie
musste sich sogar einen Schirm kaufen um überhaupt in den Hafen zu kommen. Sie
bringt die News, Maiers wollen den Regentag nutzen und ins EKZ Fiera nach Udine
fahren, dort kannst wenigstens gehen und hast ein Dach über dem Kopf. Wir
schließen uns an, sie holen uns kurz nach 12:30 Uhr im Hafen ab, der Jokertag
wird heute genommen und wir gehen erstmal Mittag essen im Fiera. Piazza Italia
bietet italienische Kost wie wir sie lieben, allerdings im Vergleich zu Gestern
in Slowenien um viel mehr Kohle. Vor allem der offene Wein mit € 8,00 für den
halben Liter ist für Italien nicht normal sind wir doch andere Preise gewohnt,
egal - wir schauen, bummeln bis 17:30 Uhr, dann geht es nach Aquileia in die
Taberna Marciani, unsere Helmbar. Dort ist die Welt preislich wirklich in
Ordnung, 4 Gläser Wein, 1 Cafe, 1 Mineral und ein dunkles Bier für
wohlfeile   € 9,00, da lacht das Herz. Es
folgt ein langweiliger TV Abend an Bord, durch die Wahl in Deutschland ist das
Programm auch nur auf Politik ausgerichtet, einen Film finden wir, um 22:00 Uhr
haben wir Nachtruhe.

25.09.2017 In der Nacht und auch
am Morgen regnet es noch immer in Grado, es sind nun schon mehr als 24 Stunden
ununterbrochen Regen, ungewöhnlich für diesen, unseren Lieblingsort an der
Adria. Na was machen wir heute, für mich ist heute Fasttag, nachdem ich gestern
einen Joker eingesetzt habe, Gudrun und Dorli wollen noch in die Stadt in den
"O-bag" Laden, Umtausch Uhrband, etc. Also machen wir uns zu Fuß, bei Regen in
die Stadt, erstmal ein Cafe in der Bar Bomben, dann die Erledigungen und dann
ein guter Tropfen in der Bar al Torre. Dorli ruft an, Heimfahrt der Ladies ca.
13:30 Uhr, also zurück an Bord und Sachen packen, Dorli ist pünktlich und ab
13:40 Uhr bin ich wieder "wolkenlos" und schlaf erst Mal eine Runde. Dann TV
einschalten und das Strassenrennen der UCI Rad WM in Bergen geschaut, plötzlich
kommen Sonnenstrahlen in meine Chicca. Auf und auf's Rad, Cityrunde ist
angesagt, leider ist Christian mit Wohnung putzen beschäftigt, also
Soloprogramm für mich. Irgendwie ist mir aber auch fad, ich nehme noch einen
"Affugato" zu mir, hole etwas Milch im Supermarkt und fahre wieder zurück auf
die Chicca. Es folgen SOKO München, Wahl extra und ein Krimi mit Armin Rhode,
dann ist auch dieser Tag in Grado wieder Geschichte.

26.09.2017 Heute Frühstück in der
Bar Tergesteo bei Kathy, mit dem Rad ist es ganz schön frisch heute Morgen, 13°
zeigt der Thermometer. Tut gut so ein flotter Radler nach Citta Giardino, dem
Ortsteil von Grado wo diese Bar liegt. Was tun heute, überlege ich, zum
Radfahren zu kalt und die Bora bläst, eine MOTO Tour ins Collio würde sich
anbieten, mal schaun was Christian dazu meint. Ich kann ihn dafür begeistern
mit den Motorrädern auf Tour zu gehen, unser erster Weg allerdings führt uns in
die Ferramenta in Aquileia, er überlegt eine Konstruktion für sein Vorschiff
eine Liegefläche zu schaffen. Danach straten wir über Gradisca d'Isonzo nach
Cormons. In einer Cantina wird mal wieder Wein eingekauft, man kann ja nicht
genug davon zu Hause haben, ein wunderbarer Merlot um € 9,50 für 5 Liter im
Vacuumpack. Dann folgt ein Abstecher ins Weingut Ronco dell Scioppettino in
Prepotto, am Fuße von Castelmonte, wo wir diesen, typischen Wein auch
verkosten. Dazu gibt es gratis den wohl schönsten Blick in dieses herrliche
Weinbaugebiet des Collio und nach Dolegna di Collio. Nach dieser "Seelischen"
Pause geht es in den slowenischen Teil des Collio, genannt "Brda", vorbei an
Neblo besuchen wir Dobrovo und den Aussichtsturm in Smartno. Leider hat der
"Viagrawirt" am Fuße des 20 Meter hohen Turmes heute 2 Busse und ist Randvoll.
Wir stärken uns mit Weintrauben im Gastgarten, welche direkt über den Tischen
voll gereift hängen. Zuckersüß und nicht gespritzt schmecken sie hervorragend.
Wir nehmen Kurs auf Nova Gorizia, Tanken unsere Motos in Solkan noch voll und
treffen uns danach mit Gianni in Görz. Er hat uns den Tipp gegeben ins "Turri"
in San Andrea zum Mittagessen zu kommen, Menu di operai, Arbeitermenü mit
"Pasta fagioli" einer friulanischen Bohnensuppe mit Nudeln sowie
Schweinekotelett mit Pürre sowie Gemüse. Dazu einen ausgezeichnet guten
"Roten", Wasser und Cafe - um € 12,00 pro Nase. Danach führt uns der Heimweg
über Ruda und Fiumicello wieder zurück nach Grado. Die danach geplante Ausfahrt
mit dem Boot nach Barbana muß leider entfallen, die Bora bläst zu stark, wir
hätten Probleme beim Ablegen und noch mehr beim Anlegen danach. Also Sonnenbad
im Windschatten im Heck der Chicca, gegen 17:00 Uhr gehen Christian und ich in
die City auf ein Gelato, es folgen ein Spaziergang mit Einkehrschwung, wir
treffen Nora und Bruno aber um 19:00 Uhr wird es "frisch" durch den noch immer
vorhandenen kalten NO Wind. Zurück an Bord mach ich es mir gemütlich, nehme
noch einen Radler und danach gibt es einen Krimi mit Helene Dorn alias Anna
Loos.............

27.09.2017 Heute ist wieder
Fasttag, also verzichte ich auf ein Frühstück, mache mir einen Kaffee an Bord
und  genieße die aufgehende Sonne, es
wird ein schöner Tag in Grado, der Wind hat auch nachgelassen, vielleicht geht
sich ja heute eine Bootsfahrt aus. Vorher aber mache ich eine Radtour, Bewegung
tut gut und verdrängt das Hungergefühl, außerdem unterstütz es die geplante
Gewichts Reduktion die ich nun Mal begonnen habe. Es wird wieder die Standard
Runde aber diesmal gegen den Uhrzeigersinn, 50 Kilometer, zuerst gegen, dann mit
Bora im Rücken. Zurück im Hafen erstmal eine heiße Dusche und dann relaxen,
dazu richte ich mir in der Pflicht mein Bett, da liege ich windgeschützt in der
Sonne. Gegen 15:00 Uhr kommt Christian in den Hafen, wir machen seine Marina
klar zum Auslaufen und fahren gemeinsam zuerst zur Tanke, 110 Liter kann er
bunkern, € 170,00 sind zu bezahlen, da habe ich wirklich ein "Sparwunder" mit
meiner Chicca, ich benötige für die gesamte Bootssaison 300 - 350 Liter, dafür
ist sein Boot halt etwas schneller. Danach fahren wir nach Barbana auf einen
Durstlöscher, sitzen in der Sonne und gegen 18:00 Uhr ist der Betrieb auf der
Insel zu Ende, wir fahren wieder nach Hause. Bedingt durch die Bora ist das
Anlegen im Heimathafen etwas schwierig, aber im 3. Anlauf klappt es, wir liegen
am Schwimmsteg. Danach vertschüsst sich Christian und ich mach es mir auf der
Chicca gemütlich, ein wenig TV und dann gute Nacht!

28.09.2017 Ich freue mich
wirklich auf mein Frühstück in der Bar Tergesteo, habe richtig Hunger nach dem
gestrigen Fasttag und radle schon um 07:30 Uhr nach Citta Giardino. Am Rückweg
zum Hafen sehe ich vor dem Gemeindeamt viele Leute, sie protestieren gegen die
Flüchtlinge die Grado aufnehmen muß, 18 an der Zahl sind für Grado vom Statt
vorgesehen. Schon gestern Abend habe ich gehört sind die Leute gekommen und
haben die ganze Nacht vor dem Municipio protestiert. Wie in Ossiach wird es
nichts nützen! Auch Zivilbeamte sehe ich und natürlich die Carabinieri in fast
ähnlicher Anzahl als Protestierer, na ja was soll's, zurück zur Chicca, ein
Traumtag erwartet mich heute, ich werde nochmal eine Tour mit meinem Schifferl
machen. Um 09:15 Uhr Leinen los, mal auf's Meer hinaus und dann entscheiden wie
die Fahrt heute verlaufen wird, es ist spiegelglatt, der Wind nur leicht also
bleibe ich am meer, Kurs Tenuta. Je länger die Fahrt dauert, desto stärker wird
der Wind, es bläst vorerst noch Borino, als ich bei der Südtonne von Pineta bin
hat es schon auf Bora umgestellt und sie bläst mit    4-5 Bft, nicht lustig. Ich nehme den kürzesten
Weg zur Einfahrt in die Lagune, bekomme aber für rund 2 Meilen den Wind und die
mittlerweile mehr als ein Meter hohen Wellen von Steuerbord, nicht lustig immer
die Wellenkämme zu schneiden und dann wieder zu schaun dass ich Meter mache.
Als ich die Einfahrt in Tenuta erreiche bin ich froh, in der Lagune bläst zwar
auch die Bora, aber das Wasser ist flach und die Wellen kräuseln nur. Trotzdem
hab ich noch eine brenzlige Situation, als es mir einen der Polster die am
Vorschiff liegen plötzlich aufhebt und ins Wasser befördert. Sofort ein Mann
über Bord Manöver, auch nicht einfach bei dem Wind und der nicht gerade breiten
Kanalstelle, ich schlag mir vor Hektik auch noch das Schienbein an, aber es
gelingt, ich kann den Polster aufnehmen und lege ihn in die Pflicht zum
Trocknen. Anlegen im kleinen Hafen meiner Lieblingsinsel heute kein Problem,
gegen den Wind und gegen die Strömung ein Kinderspiel, aber ich ahne schon
schlimmes für das Anlegen am Abend, sollte der Wind nicht nachlassen. Mittag
dann in Barbana ausgezeichnete Spaghetti bekommen, dazu ein Vierterl vom Roten,
danach Mittagsschlaferl an Bord. Als ich erwache ist Christian auch im Hafen,
auch er "mützelt" in seiner Marina, als er wieder munter ist, nehmen wir einen
Cappuccino in der Bar und setzen uns in die Sonne, an einem Windstillen Platz.
Beide überlegen wir schon, was wir denn machen könnten, sollte das Anlegen
heute nicht klappen. Wir verlassen die Insel und nehmen Kurs in den
Heimathafen, ich habe wirklich Glück, trotz des wirklich starken Windes, der
direkt von Vorn auf den Bug bläst, kann ich rücklings, röm. Kath., beim 3.
Versuch in meine Box einfahren. Bin richtig stolz, es allein geschafft zu
haben, Christian braucht 4 Versuche, schafft es aber dann auch zu seinem
Stellplatz und kann seine Marina belegen. Danach gönnen wir uns einen
Manöverschluck, dass muss sein, ist eigentlich ein Ritual. Dann folgt eine
Dusche und solo ab in die City, die letzte Nacht in Gado steht an, da muss ich
nochmal alle meine Freunde besuchen. Bei Pino gibt es einen Toast und einen
Pinot Nero, dann ins Gustibus, danach zu Lucia und Andrea ins "wine &
gourmet", dort treffe ich Nora und Bruno, sowie das Gadeser Original Viti. Wir
nehmen ein Abschiedsglas dann geht es zurück auf die Chicca, ein Krimi im TV
und es wird die letzte Nacht an Bord, für dieses Jahr.

29.09.2017 Eine unruhige Nacht
an Bord, die Bora bläst noch immer, wenn auch nicht mehr so stark, aber das
Boot schauckelte die ganze Nacht. Am Morgen kann ich den Sonnenaufgang
festhalten, es ist schon ein Traum hier an diesem Ort, Leben zu können. Heute
ist wieder Fasttag, daher nur ein Kaffee an Bord, dann beginnt das große Packen
und ich stelle fest, alle diese Sachen bringe ich nicht in mein Motorrad, da
ist einfach zu wenig Platz. Ich beginne mit der Demontage der Satelliten
Anlage, die wird auch nicht mehr benötigt und verstaue was ich ich unterbringe
im Motorrad, der Rest muss im Boot bleiben - ein Grund einen Tagesausflug nach
Grado zu machen. Mein Trainings Fahrrad ist ja auch noch nach Kärnten zu
bringen, es wird schon in Kürze mal ein schöner Tag sein, den ich nutzen werde
um die restlichen Sachen zu holen, welche nicht mehr für den Fahrbetrieb
erforderlich sind. Anfang November wird dann der Rest geholt, wenn dann die
Chicca an Land gehoben wird. Gegen 09:30 Uhr mache ich mich auf den Weg mit
meiner Gold Wing nach Hause, nachdem ich auch noch die Fahrräder abgedeckt und
Regenfest gemacht habe. Ich fahre über Gradisca nach Cormons und weiter über
Cividale, Tarcento, Carnia und Tarvis nach Villach, besuche meine Mutter und
bin dann am frühen Nachmittag zu Hause. Nach Grado komme ich sicher noch das
eine oder andere Mal, allerdings nur mehr mit Quartier, am Boot schlafe ich
nicht mehr!