Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

Rappitsch 67A
Ossiach
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Grado "wolkenlos"

16.07.2016 14:30

09.07.2016

Freitag, der Schnupfen hat sich etwas gebessert, ich sollte doch auf's Meer fahren, dort wird er noch schneller heilen, der Schnupfen, den ich mir wohl im Flieger von Kalabrien nach Hause aufgefangen habe. Außerdem ist es wieder mal Zeit nach dem Rechten zu sehen, ob alles passt auf der Chicca, kleine Reparaturen stehen auch an, also rauf auf die Wing und runter nach Grado, gedacht - getan, um 19:00 Uhr bin ich in Grado. Erst mal Utensilien verstauen, dann kontrollieren ob alles OK ist - und der Schreck ist groß, beim letzten Besuch habe ich wohl vergessen die Luke im Vorschiff zu schließen. Restfeuchtigkeit ist noch im Boot, ich lege die Polster in die Sonne zum Trocknen, dann werden die Matratzen getrocknet und nachgewischt. Nachdem es noch locker an die 30° hat geht es relativ schnell und um 20:30 Uhr stehe ich schon unter der Dusche. Danach ein Rundgang in der Stadt, Bar Rampa d'oro, Filomena - leider keine Bekannten zu finden, also ein Gelato im Hafen soll es noch sein und da sitzt Gerhard, auch er ist mit dem Motorrad hier. Wir besuchen gemeinsam Lucy und Andrea und nehmen noch einen Schlummertrunk, dann geht es in den Hafen, Christian mein Stegnachbar ist am Boot, er schläft auch hier.

10.07.2016

Schon um 04:30 Uhr fahren die ersten Boote raus, es schaukelt, schlafen ist nicht mehr. Ich beginne mit den Arbeiten
und repariere mal die Badeplattform, hier sind einige Schrauben ausgerissen und ich unterlege sie mit verzinkten Nagelplatten vom Holzbau. Danach montiere ich eine neue Aluleiste beim Batteriekasten, die alte Holzleiste war vom Wasser schon in Mitleidenschaft gezogen. Dann Morgentoilette und ab zum Frühstück. Gerhard kommt auch und wir lassen es uns bei frischen Cornetti und Cappuccini  gut gehen. Dann geht es wieder in die Marina, Boot klar zum Auslaufen! Ich hole Gerhard in Le Cove ab, er fährt heute mit mir eine Runde. Zuerst ist Baden angesagt, Banco d'oro wird angesteuert, alles palettti, klares Wasser mit 26°, die Chicca wird gleich mal außen gereinigt. Gegen Mittag brechen wir auf, wir wollen aufs Meer hinaus und über Tenuta Premiero wieder zurück nach Grado. Vor der Richtungstonne in Pineta wollen wir Baden, Riesenquallen lassen uns aber von diesem Gedanken schnell wieder abkommen, wir fahren weiter zu einer der Sandbänke vor der Einfahrt nach
Premiero. Dort baden wir nochmals herrlich und machen auch ein kleines, aber feines  Mittagsschläfchen. Gegen 14:00
Uhr starten wir den Motor und fahren durch die Lagune gen Grado. In Barbana gibt es leider keinen Anlegeplatz, daher direkt nach Le Cove, Gerhard steigt aus und fährt nach Villach mit seiner Yamaha. Ich fahre in den Hafen, lege an und fahre dann mit Christian und Dorli nach Barbana. Wir bleiben bis nach 18:00 Uhr, es gibt herrlichen Naturschatten. Dann wieder unter die Dusche und ab in die City zum Finale der Fußball EM, wir finden Platz bei Sandro in der Al Taco Bar. Ein entäuschendes Spiel bei dem die Franzosen zwar mehr vom Spiel hatten, aber letztendlich die Portugiesen mit Glück die Kugel ins Tor getroffen haben. Danach geht es ins Bett, die Hitze macht ganz schön schlapp.

11.07.2016

Heute ist Tagwache gegen 06:00 Uhr, 2 Fischer starten in unserer Marina und Christian aber auch ich sind wach. Ich
wechsle die Schlauchklemmen an der Wasserpumpe und montiere endlich das Abluftrohr für den Kühlschrank, der im Gasbetrieb ganz schön Abwärme erzeugt, und die gehört ins Freie. Auch muss ich den Ausschnitt der Spüle vergrößern,
sonst kann ich die Gaskartusche nicht wechseln, danach geht es wieder zum Frühstück. Nach der morgendlichen Stärkung geht es gleich zum Baden, ich bin schon um 08:30 Uhr im Wasser, herrlich heute Montag, fast keine Leute auf Banco
d'orio. Ich mache einen ausgedehnten Strandspaziergang und finde interessante Utensilien für eine Skulptur für die Terrasse zu Hause. Gegen 11:30 Uhr starte ich wieder die Chicca und fahre zur Insel Barbana, ich habe Lust auf Spaghetti
und ein gutes Glas vom Roten. Heute finde ich leicht einen Platz im Innenhafen, und bekomme auch meine so geliebten Spaghetti. Es hat heute 38° Luft Temperatur, laut Martha einer der heißesten Tage des heurigen Sommers. Im Schatten auf der Insel lässt es sich aber aushalten. So bleibe ich denn bis in die frühen Abendstunden auf der Insel. Nachdem ich den PC mit habe, kann ich gleich Facebook und meine Mails checken. Abends dann ziellos durch die City, Toast bei Pino, Filomena und Sandro besucht, dann ab in die Heia.

12.07.2016

Schon um 06:45 Uhr tausche ich den Schalter des Kühlschrank Stromkreises, dann geht es in die Stadt zum Frühstück.
Beim Hotel Tripolis sehe ich ein bekanntes Fahrzeug, Wolfi mit Veronika und Marco sind in Grado, eine WhatsApp bringt ihnen zur Kenntnis dass ich auch in Grado bin. Dann geht es zum Frühstück, danach in den Supermarkt Jause für den
Tag kaufen und ab mit der Chicca zum Isonzo, heute Badetag in der Isonzomündung. Anfahrt durch die Wasserwege dann Anker fallen und fast 3 Stunden Badevergnügen im klaren Wasser, mit angenehmen 23°. Nach dem Mittagsschläfchen
werde ich von Wellen unsanft geweckt, innerhalb weniger Minuten hat  sich kräftiger Wind entwickelt und sofort Wellen bis zu 2 Metern geschaffen. Na Prost ein schwerer Ritt steht mir und der Chicca bevor. Bis zur Einfahrt Premiero sind es gut 7 Meilen, also eine Stunde "Wellenkampf" Aber ich schaffe es und mache in Barbana Halt. Die Breckinger's sind mit dem Linienschiff auf die Insel gekommen, jetzt trinken wir erst mal Kaffee und lassen die Zeit vergehen. Gegen 17:30 Uhr ziehen bedrohliche
Gewitterwolken auf und wir schauen dass wir rasch in den Hafen kommen. Das Wetter verzieht sich wieder und es wird noch ein lauer Abend in Grado. Mit Christian sitzen wir fast 2 Stunden am Steg und beobachten das Wetterleuchten rund um Grado.......

13.07.2016

In der Nacht kommt dann doch noch ein Gewitter, um 01:40 Uhr werde ich durch das prasseln am Vorschiff geweckt,
schnell auf, alle Luken dicht, alle Seitenteile der Persenning montiert - nach 10 Minuten ist der Spaß vorbei. Jetzt ist es richtig schwül im Boot und ich bin eigentlich froh dass ich die Luken wieder öffnen kann. Am Morgen dann Körperpflege, Frühstück, auch Grado läuft eigentlich schon nach Plan ab. Danach in den Supermark Jause kaufen (Crissini und Prioscutto crudo, Obst) und gleich wieder in den Hafen, Chicca starten und zur Banco d'orio zum Baden. Herrliche 27° hat das Wasser, wellig heute, Spuren vom nächtlichen Gewitter. Die Wellen werden weniger, die Ruhe hier am Ufer der Sandbank ist wirklich zu genießen.
Leider frischt der Wind wieder auf und im Nu sind die Wellen wieder über einen Meter hoch, da wird es dann ungemütlich! Also ab und nach Barbana. Dort genieße ich meine Jause im schattigen Garten, hole mir noch einen Cappucco und mach ein
Mittagsschlaferl im Konvet Garten. Christian mit Waltraud und Dorli kommen auch, wir setzen uns in den Garten und lassen uns den Wind um die Ohren wehen. Kurz vor 17:00 Uhr verlassen wir die Insel. Ich habe heute noch eine Verabredung mit
Wolfi, Veronika und Marco - wir wollen die Kochkünste von Andrea testen. Den für uns  gedeckten Tisch im Innenraum
wollen wir nicht, wir möchten gerne im Freien sitzen, der Wind fegt auch heute in der Altstadt die heiße Luft aus den Gassen. Wir bekommen schwarzes Risotto bzw. Schwertfisch nach Sizilianischer Art serviert und sind alle hoch zufrieden. Als Nachspeise gibt es dann ein Gelato für alle, neben der Bomben Bar. Ein Verdauungsspaziergang danach, ein nettes Plauderstündchen vor dem Hotel Tripolis und schon ist es wieder Zeit schlafen zu gehen. Heute kommt sicher noch ein Gewitter, die Chicca gehört ordentlich dicht gemacht. Es beginnt zu tröpfeln, und schon bald ist das Gewitter über Grado, dazu sehr böiger Wind und drückend heiß im Boot. Bald schlafe ich ein, es sollte noch eine ereignisreiche Nacht werden.

14.07.2016

Gegen Mitternacht höre ich Stimmen am Steg und werde eigentlich davon munter, ich denke mutig diese Fischer jetzt
raus zu fahren, es blitzt und donnert noch und auch Regentropfen sind immer wieder mit dabei. Dann spüre ich wie mein Boot sich ungewöhnlich bewegt. Ich stehe auf, sehe aus dem Fenster  und sehe wie eine " Batela" quer zum Bug steht, drei Personen im Boot und ich denke die suchen sich aber einen komischen Platz zum Fischen. Dann bemerke ich aber, dass
eine Person - am Außenborder ist einer gesessen, am Bug hat einer sich bei meiner Chicca festgehalten und der "Mittlere" davon, er hat Werkzeug in der Hand. Ich öffne die Persenning und schreie "Schleichts eich ihr Gsindl, vadammte Krüppel" und das eigentlich mit einem ungemütlichen Gefühl, verstanden werden sie es auch nicht haben - es sind ja drei Mann im Boot. Dann schalte ich den Handscheinwerfer ein und sehe alle drei haben Neopren Anzüge an mit Kopfhaube damit man das Gesicht nicht erkennen kann. Das Boot hat keine Aufschrift und der Außenborder ist mit einer Haube abgedeckt, sodass man auch die Marke nicht erkennen kann. Ich nehme mein Handy und "telefoniere" ohne zu wählen, "Pronto, Carabinieri - sono in Marina Ricco di Prosperi alla Isola Schiusa........"    und die Drei machen sich auf und davon mit ihrem Boot Richtung Barbana, ohne irgendeine Beleuchtung - fort waren sie. Jetzt bin ich dann mit dem Handscheinwerfer auf die Suche gegangen, habe alle Boote kontrolliert, nirgends etwas ungewöhnliches bemerkt. Die wollten, denke ich, das Nachbarboot neben mir, oder nur den Außenborder klauen. Ist ja nicht der erste Diebstahl hier in der Marina. Dem Ricco haben sie heuer schon den
großen Kärcher Hochdruckreiniger vom Waschplatz gestohlen, einen Außenborder habe Diebe auch im Winter von einem Boot im Winterlager demontiert. Geschlafen habe ich eigentlich nicht mehr diese Nacht, irgendwie hatte ich danach noch
"Arschflattern" was wäre wenn die auf mich losgegangen wären........Irgendwann bin ich dann doch noch eingeschlafen und habe Ricco dann am Morgen informiert. Er hat es an die Carabinieri gemeldet, gekommen ist niemand. Richtigerweise hat
Ricco das neue Boot aus dem Wasser gehoben und im versperrten Trockenlager eingestellt. Dann war mal relaxen angesagt auf der Chicca, auf das Meer rausfahren war nicht möglich, zu hohe Wellen und noch immer Wind. Also bleibe ich
im Hafen, schwinge mich aufs Rad und mach mal Frühschoppen in Grado. Mittag gönne ich mir dann eine Lasagne bei Pino, danach ein Mittagsschlaferl. Als ich munter werde ist es wolkenlos, der Wind ist eingeschlafen - ab nach Barbana.
Ich bin das einzige Boot im Hafen der Insel, es herrscht vollkommene Ruhe, keine Hektik, nur etwa 10 Personen sind hier. Um 15:30 Uhr verlassen auch diese Leute die Insel mit der "Julia", dann bin ich wirklich Allein ! Erst gegen 17:00 Uhr verlasse ich Barbana, habe heute noch ein gemeinsames Abendessen mit den Mondseer'n. Sie kommen mich abholen in der Marina, wir wollen heute im Zero miglia speisen. Wunderbare Fritto misto für Veronika und Wolfgang, Tagliatelle con Burrata für Marco und ich will wieder mal Spaghetti alla vongole - es schmeckt ausgezeichnet, die Nachspeise ist wieder ein Gelato neben der Bomben Bar. Danach treffe ich Maria, die steirische pensionierte Lehrerin, lt. Gerhard ist sie nicht mehr in Grado, sie ist es aber doch! Mit einer Freundin hat sie zusammen wieder ein Appartement bei Gina. Ich mach mich bald auf die Socken und gebe mir noch die ZIB 2 im TV, dann lege ich mich flach.

15.07.2016

Kurz nach Mitternacht werde ich wach, die Bora bläst, aber ordentlich. Also raus aus dem Boot, Leinen nochmals kontrollieren
und die Seitenteile des Verdecks einhängen, es blitzt auch schon wieder. Ein Blick auf die Webseite "Meteo fvg" zeigt mir, es kann eigentlich kein Gewitter nach Grado kommen. Trotzdem, Vorsicht ist immer angebracht. Es wird eine unruhige Nacht an Bord, durch die Windgeschwindigkeit von 60 - 70 kmh ist es richtig ungemütlich. Auch hat die Lufttemperatur auf 16° abgekühlt, das wirkt nach der Hitze der letzten Tage auch KALT ! Aber auch diese Nacht geht vorüber, irgendwann schlafe ich ein, bin aber um 05:30 Uhr schon wieder wach. Der Sturm lässt nicht nach, die Chicca schaukelt ordentlich und es wirklich kühl an Bord. Ich schließe sogar die Vorschiff Luke, sie ist genau in Windrichtung geöffnet und es zieht in meiner Liegestatt. Also erst mal einen "Ristretto" am Schiff, ein wenig Internet und so vergeht die Zeit bis zum Frühstück. Das Frühstück gibt es wie immer in der Bar "Rampa d'oro" danach geht es mit dem Rad'l kreuz und quer durch die Stadt. Wieder am Boot lese ich ein wenig in meinem Kindle den Roman "Grado im Regen". Viele Bilder laufen mir durch den Kopf, ich kenne ja den Handlungsort, da läuft dann Kopfkino! Danach treffe ich mich mit  Wolfgang und seiner Familie zum Vormittagscafe, dann verabreden wir uns zum Mittagessen beim Kebab Eck. Dazwischen treffe ich Sissy, die ehemalige Rossiello Chefin, sie ist jetzt für 5 Wochen in
Grado und hat auch ihr Enkerl mit. Mittag gibt es dann "Gyros" am Teller mit Salat, Zwiebel und Yoghurt Dressing, schmeckt nicht schlecht so zwischendurch mal ein Imbiss. Es folgen Nachmittagsschlaferl und wieder PC Stunde, das Wetter lässt eine Bootsfahrt nicht zu. Die Bora wird und wird nicht schwächer, auch Regen fällt immer wieder dazwischen, ein Tag wie ich ihn in Grado nicht mag. Aber ich freue mich schon auf den Abend, heute ist Sommer Karneval in der Adria Küstenstadt. Am späteren Nachmittag, nach einem weiteren Wettercheck mach ich mich dann auf den Weg ins Zentrum, will für's fotografieren einen etwas erhöhten Standplatz suchen. Vor dem Umzug bin ich noch mit dem Advocato Klaus verabredet, er benötigt Beschallung beim Kaiserfest in Villach, das wollen wir besprechen. Bei Sissy und Hubert bekomme ich dann einen Macchiato, danach
treffe ich mich an der Diga nochmals mit den Mondseer'n, der Sonnenuntergang ist heute sicher eine Sensation. Um 21:00 Uhr haben Klaus und Helga einen Tisch bei Roberta 2 (Cafe Concerto) bestellt, von hier erleben wir den Karnevalsumzug
(Sommerkarneval Grado) live aus der ersten Reihe. Der Umzug dauert bis nach Mitternacht, es ist fast 01:00 Uhr als ich in die Koje falle.......

16.07.2016

Tagwache um 07:00 Uhr, Körperpflege, Motorrad einräumen, Frühstück, heute läuft alles ein wenig schneller ab als sonst. Pünktlich um 08:15 Uhr starte ich die Wing bei der Bar Rampa d'oro und los geht es Richtung Kärnten. In Aquileia muss ich
anhalten und mir ein Gillet unter die Motorradjacke anziehen, es ist alles andere als warm. Es ist zwar nur leicht bewölkt aber hier hat die Luft  auch nur 16°  und das ist beim Motorradfahren nicht gerade angenehm. Aber ich düse in einem Schlag nach Villach, besuche meine Mutter und bin auch schon wieder in Ossiach - für ca. 10 Tage, dann werde ich wieder das Meer und Grado aufsuchen!