Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

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Letzter Teil Kroatientörn

26.06.2014 23:14

Mittwoch 25.06.2014

Um 06:30 Uhr in Rovinj noch blauer Himmel, beim Frühstück in der Marina Skipper Bar wird es immer dunkler, was tun sprach Capitano Fatsy? Im Internet werden alle Wetterseiten begutachtet, schließlich der Entschluss: Wir fahren ! Um 09:45 Uhr Leinen los, das Beiboot am Schlepp, wir wollen zumindest bis Cervar Porat und in das Lokal Sveta Marina. Bei N 45°08‘235/E 13°35‘565 sind wieder Delphine zu sehen, das Wetter wird immer schlechter! Bis Vrsar hatten wir leichten SW Wind und Wellen von Achtern, aber kurz vor Porec plötzlich volle Bora mit 4 Windstärken aus NW ! Die kurzen Wellen machen eigentlich nichts nur der Gegenwind kürzt die Geschwindigkeit auf 4,3 Knt. Dann eine Regenguss, der seines Zeichen suchen muss! Die Bucht von Cervar Porat bietet etwas Schutz, wir finden einen Liegeplatz an einem Fischersteg (heute ist Feiertag in Kroatien, die Fischer arbeiten nicht!) und sind froh im Lokal zu sein. Sveta Marina, urig, große Portionen, aber auch nicht wie besonders billig, aber tragbar! Während dem Essen gibt es nochmals 2 Gewitter, die Chicca haben wir leider nicht dicht abgeschlossen. Bei unserer Rückkehr haben wir Wasser in der Pflicht und müssen lenzen und wischen! Wir wollen noch bis Novigrad, ich entschließe mich aber weiter zu fahren, wenn möglich bis Umag. Keine gute Entscheidung, schon bald sind die Wellen wieder an die 2 Meter und wir kommen mit dem Dingi im Schlepptau nur langsam voran. Dann wieder ein Regenguss, der sich gewaschen hat, aber da müssen wir jetzt durch! Um 16:40 Uhr haben wir es dann geschafft, Liegeplatz bezogen, und dann wird mal das Beiboot eingeholt, der AB Motor abgenommen und wieder auf der Chicca montiert, denn wir brauchen kein Beiboot mehr!

Anm.: war sinnlos das Dingi mitzuschleifen, haben eigentlich immer Platz an einer Mole oder Steg bekommen! Am Abend dann ein Bummel in die Stadt Umag, gegessen wird heute nicht mehr, aber ein paar Drinks geben wir uns schon!

 

Donnerstag 26.06.2014

Frühstück in der Marina Umag, super Wetter, blauer Himmel, aber die Wetterprognose nicht optimal, welche ich in der Rezeption erhalte, als ich den Liegeplatz bezahle! Also ab zur Policija und Luka Kapetanja – ausklarieren – und ab nach Grado, noch ist das Meer glatt, das nützen wir! Um 09:40 Uhr Leinen los und Kurs 345° Richtung Savudrija, den Leuchtturm passieren wir um 10:25 Uhr. Dann auf dem Meer Fahnenwechsel, wir haben wieder die italienischen Hoheitsgewässer erreicht. Um 12:00 Uhr machen wir einen Badestopp am offenen Meer für 15 Minuten, es ist einfach herrlich – 23,5° Wassertemperatur und glasklar! Dann Kurs Premiero Tenuto, wir wollen Spaghetti in Barbana essen! Nach dem Mittagsmahl dann ein Mittagsschläfchen und um 16:05 Uhr legen wir im Heimathafen an. Dann folgt erstmal eine gründliche Reinigung der Pflicht, es hat sich einigermaßen Dreck angesammelt! Aber zu zweit geht es schnell, in einer Stunde sind wir fertig und alles was nicht mehr am Boot sein muss ist schon im Depot an Land verstaut. Morgen dann erfolgt die Außenreinigung.

Nach der Körperpflege zieht es uns in die Stadt auf einen Aperol Spritz, denn wir die letzten 14 Tage vermisst haben. Danach ein kleiner Aufschnitt zu einem guten Glas Friulano und ein Abstecher zu Ciro in der Filomena Bar runden den ersten Abend in Grado ab.

 

Resumee des Törns nach Kroatien:

 

Wir sind in 12 Tagen insgesamt 517 Km (280 Sm) gefahren, haben dafür 49 Stunden und 33 Minuten gebraucht. Ein Ruhetag war erforderlich, an diesem Tag wäre eine Fahrt lebensgefährlich gewesen (Bora). Haben alles erlebt was es am Meer gibt, Sturm mit Spitzen von 6 Bft, Wellen mit 3 Meter, Regengüsse, gewaltige Strömungen am Kap Kamenjak, aber auch viele schöne Sonnentage und Traumbuchten mit türkisem oder grünem, glasklarem Wasser.


Nur eines habe ich zu respektieren gelernt, mit einem Boot unter 30 Fuß oder 10 Meter Länge würde ich solch eine Fahrt nicht mehr starten, es war wirklich oft schon beängstigend wie es unsere Chicca „herbeitelt“ hat und ich bin froh, das alles ohne Verlust von Leib, Leben und Material überstanden zu haben.


Bei meiner Frau bedanke ich mich für die hervorragende Tätigkeit des Ankerwarts, Leinen Maat, Co Kapitän – es hat bei keinem Anlegemanöver ein Problem gegeben – es hat alles wunderbar geklappt!

 

Auf knapp € 1.800,00 belaufen sich die Gesamtkosten für diesen Törn, wir bereuen keinen Cent !

 

Über die kommenden Tage in Grado werde ich gesondert auf unserer Webseite berichten.