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Schiffstagebuch Grado

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Saisonstart 2018 Erster Arbeitstag in Grado

16.02.2018 08:00

16.02.2018   Erster
Arbeitstag im neuen Jahr an meiner Chicca, Ricco hat mich angerufen und mir
mitgeteilt, dass in der Pflicht dass Regenwasser nicht abläuft und durch den
starken Regen das Wasser sehr hoch gestanden ist, er befürchtet Wassereintritt
im Boot! Na keine guten Aussichten für diesen ersten Arbeitseinsatz in Grado.
Bei der Anfahrt bei herrlichem Sonnenschein und 10° sowie blauem Himmel machen
wir schon in Carnia die erste Station, Wolfgang ist mit uns gemeinsam
unterwegs, Salami wird gekauft! Es gibt dann noch einen Cafe in der neuen Bar
am Kreisverkehr in Carnia, dann auf die Autostrada und ab nach Terzo d'Aquileia,
dort wird beim Fleischer gebunkert, Rinderfilet und Beiried wechseln den
Besitzer. Danach in den neuen Wein Shop der Familie Brojili in Aquileia, da
beginnt schon der Verkostungsmarathon. Refosco, Merlot und Pinot Grigio wird
getestet, und gleich mal 12 Flaschen eingekauft, dann geht es zum Gemüsebauer
nach Fiumicello, Vogerlsalat, Zwiebel,  Radicchio,
Kohlsprossen, Äpfel - alles frisch aus eigenem Anbau. Auch den Milchbauern
besuchen wir in Isola Morosini, kaufen Mozarella und Käse, aus eigener Käserei
um einen Preis sa bekommst du bei uns eine Käsesemmel! So genug gekauft, ab
nach Grado. Wolfgang hält in seiner Wohnung Nachschau, wir nehmen ein Glas in
der Bar Tergesteo. Dann bringe ich Wolfi und Gudrun zu Pino und ich sehe mir
mal die Überraschung am Boot an. Als ich die Türe zum Niedergang öffne, lächelt
mir schon ein Wasserspiegel entgegen. Das gesamte Vorschiff steht 10 cm hoch
unter Wasser, damit nicht genug öffne ich den Motorraum, auch hier alles unter
Wasser - ich bin geschockt! Erstmal wird die Bilgenpumpe aktiviert und der
Motorraum ausgepumpt, dann sauge ich mit einem Wassersauger das Wasser im
Vorschiff aus, es werden wohl so an die 150 Liter gewesen sein. Was war
geschehen? Die Abläufe in der Pflicht waren verstopft, dadurch ist das Wasser
in der Pflicht so hoch gestiegen, dass es bei der Motorabdeckung in den
Motorraum eingedrungen ist. Als der schon voll war, gelangte das Wasser durch
den Batterieschacht in das Vorschiff - a volla Schaß ! Nach der Trockenlegung
noch die erste Batterie geladen dann Mittagspause bei Pino. Ferdl ist auch da
und es rennt schon wieder der Schmäh, ich bin eigentlich nicht so gut drauf,
esse eine Minestrone und vertschüsse mich wieder zur Chicca. Die zweite
Batterie wird geladen und das Vorschiff nochmals ausgewischt und gesäubert, die
seitlichen Stauräume in der Pflicht auch noch ausgesaugt, und natürlich die verstopften
Abläufe durchgeputzt, das darf nicht nochmals passieren. Nach dem Abdecken der
Chicca gehen wir zu Ornella die Wohnung besichtigen, welche wir heuer gemietet
haben. Alles zu unserer vollsten Zufriedenheit, etwas kleiner als die Wohnung
bei Pino, welche wir die letzten 3 Jahre hatten, aber dafür KEIN Lokal in der
Nähe und absolut ruhige Lage! Dann führt uns der Weg, nach einem Cappucino Stop
in der Bomben Bar nochmals zu Wolfgang ins Appartement, ein weiterer Anbieter
für den geplanten Wintergarten kommt um sich die Sache vor Ort an zu sehen.
Ferdi und Gudrun als Dolmetscher klären die Details mit ihm, nach 30 Minuten
ist die Besprechung erledigt, das Angebot wird folgen. Wir verabschieden uns
von Ferdl, er bleibt noch bis Sonntag in Grado, und begeben uns nach San Pier d'Isonzo
zum nächsten Weingut - wieder eine Kostprobe der Tropfen aus dem Keller. Die
Sonne beginnt unter zu gehen, wir sitzen noch im Freien und genießen den Wein.
Von dort fahren wir dann nach Cormons zum nächsten Weingut, hier kaufen wir
unsere "Pumpa" 5 Liter Gebinde im Alusack mit Zapfvorrichtung - Bestellungen für
unsere Freunde - insgesamt 85 Liter gehen auf die Reise nach Kärnten. Auch den
Ribolla gialla nehmen wir mit, einmal in der Magnum Flasche einmal in der 0,7
Liter Flasche, als Kostprobe so zu sagen. Dann beginnt die Heimreise welche wir
aber in Cividale bei einem Weinbauern und in Nimis für das Abendessen beim
Weinbauern I'Comelli unterbrechen. Herrliches Antipasti mit eingelegtem Gemüse,
eine hervorragende "orzo e fagioli" Suppe und danach "guanciale" Schweinebacken
mit Polenta und Salat, Gudrun nimmt sich ein "coniglio" Kaninchen im Ofen
gebraten. Abgerundet mit einer Flasche vom Refosco und einem "cafe liscio"
treten wir dann aber wirklich die Heimfahrt an. Nach 14 Stunden sind wir wieder
zurück im Winter, in einer tief verschneiten Landschaft, -5° Lufttemperatur und
der Gewissheit - GRADO ci vediamo - wir kommen wieder - und das schon bald!