Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

Rappitsch 67A
Ossiach
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Serenissima in barca, adagio ma non troppo

04.09.2014 22:00

03.09.2014

Mittwoch nach der Fußpflege, brausen wir gegen 17:30 Uhr nach Grado, es regnet leicht im Kanaltal, wir bekommen Hunger. Wohin ? Sissy hat uns einen Tipp gegeben, Al Frasca in Aquileia, nichts wie hin. Perfekte Rippel, Spieß, mit Polenta, Wein auch gut, Herz was willst du mehr? Mittlerweile ist es schon kurz vor 21:00 Uhr, Boot einräumen, nein lieber zu Christian und Dorli auf einen Drink. Lagebesprechung für den nächsten Tag, Abfahrt 10:30 Uhr in der Darsena.

 

04.09.2014

In der Nacht regnet es fast ohne Pause, am Morgen muss ich mit dem Auto zum WC fahren, so schüttet es in Grado. Um 07:30 Uhr ruft Gerhard an: „Fahren wir?“ Wir gehen (fahren) erst mal zum Frühstück. Um 10:00 Uhr schüttet es noch immer, wir fahren mit Christian nach Fiumicello ein wenig shoppen und Wein kaufen. Dann beschließen wir, was soll‘s es regnet in Bibione genau so wie in Grado, Abfahrt 13:30 Uhr – Basta! Gerhard ist pünktlich, Christian to late, aber um 14:00 Uhr heißt es Leinen los. Vergessen der ganze Stress beim Einräumen der Chicca, tanken mussten wir auch noch, das Hemd ist nass vom Regen und vom Schweiß, trotzdem – wir fahren! Bis Lignano nehmen wir den Kurs über das Meer, 180° ab der Dalbenstrasse. Danach geht es in die Lagune und zur Schleuse Bevazzana a destra. Wie befürchtet ist die Brücke geschlossen, Gott sei Dank nicht die Schleuse (die ist nur bei Hochwasser vom Tagliamento zu), nach einer Wartezeit von 15 Minuten kommt der Schleusenwärter ganz lässig mit Schirm um die Brücke zu öffnen. Wir passieren die erste Schleuse, fahren den Tagliamento etwa 1 km abwärts dann die 2. Schleuse, Bevazzana sinistra, sie ist geöffnet. Wir erreichen Bibione ohne Probleme, finden nach Rücksprache mit der Rezeption einen Platz wo wir alle 3 Boote nebeneinander liegen können. Zwischenzeitlich hat es sogar zu regnen aufgehört, Christian packt die Gaskocher aus und zaubert herrliche Spaghetti ragu für uns. Dazu ein Refosco vom Bauern den wir am Vormittag besucht haben. Nach dem Abendmahl gibt es einen Rundgang im Capolongo Gelände mit Einkaufszentrum, Bar mit Livemusik, Starndbar und Animationsbühne. Aber überall ist es laut und hektisch, wir gehen ins „Moby Dick“ wo Gerhard und Hannelore schon sitzen und nehmen noch einen gemeinsamen Drink. Vor dem Gang in die Koje spendiert Christian uns noch einen Gute Nacht Grappa!

 

Motorleistung 3 Std 50 Min, 40 Km

Wasser 20,5°, Luft  21°, Regen und stark bewölkt

Meer 0, Wind 0

 

05.09.2014

Nach einem schönen Frühstück am Steg bzw. in den Booten, Erledigung der Formalitäten, legen wir genau um 10:05 ab. Gerhard ist schon vor gefahren, er braucht Sprit. Die Tankstelle ist nur auf Automatikbetrieb mit Scheinen zu € 10,00 zu bedienen. Für 3 Zehner bekommt er nicht ganz 20 Liter Super. Es reicht für die heutige Etappe. Über die Kanäle di Lovi und Vavanella erreichen wir die Trattoria Mazzarak, aber um 10:20 Uhr ist es zu früh um die Mittagsrast einzulegen, also geht es weiter über den Kanal del morte u nd den Kanal Nicessolo nach Falconera. Dort nehmen wir den Verbindungskanal zum Fluss Livenza. Flußabwärts geht es mit gut 7,5 Knt, vorbei an der Osteria Ca Coriani zur Brücke vor Caorle. Angegeben mit Durchfahrtshöhe 2,30 Meter haben wir keine Chance sie zu passieren. Also Brückenwart anrufen, ich komme in eine Zentrale und sie sichert mir zu dass wir in 10 Minuten weiterfahren können. Nach einer halben Stunde ruft Gudrun nochmals an und erfährt, dass für eine Brückenöffnung 24 Std. VORHER angerufen werden muss! Was tun, die nette Dame verspricht uns Strassenarbeiter um 14:30 Uhr zur Brücke zu entsenden, die uns die Brücke öffnen werden. Wir fahren zurück zur Osteria Ca Coriani, legen am Steg des Hauses an und genießen die gewonnene Mittagspause. Leider ist die Dame nicht sehr freundlich, welche hier das Service innehat. Als wir schon wieder gehen wollen (es gibt hier auch ein Weingut, hat aber leider von 13:00 – 16:00 Uhr geschlossen – also auch keine Alternative) wird sie annehmlicher und serviert uns einen guten Tropfen und wunderbare Spaghetti aglio olio bzw. Amatricana. Asl wir gegen 14:25 zur Brücke kommen sind die orange bekleideten Strassenarbeiter schon am kurbeln, die Brücke hebt sich (Klappbrücke). Port Santa Margherita lassen wir steuerbord liegen und fahren auf das Meer. Wellen mit gut 1 Meter empfangen uns hier in der Mündung, wir schwenken steuerbord Kurs Eraclea Mare, einem kleinen aber feinen Privathafen. Als wir ihn erreichen sehen wir, dass in diesem Hafen absolut keine Infrastruktur vorhanden ist, die nächste Kneipe mindestens 40 Minuten Fußmarsch entfernt ist. Also fahren wir weiter in die Marina di Cortelazzo. Eine absolut freundliche Dame empfängt uns in der Rezeption, leider sind 3 Plätze nebeneinander nicht frei, also liegen wir 3 Musketiere verstreut im Hafen. Ein Pool verkürzt die Wartezeit, traumhaft klar und sauber, auch die Toilettenanlagen, Duschen etc. alles perfekt. Das Erstaunen kommt beim Preis, € 20,00 pro Boot und Besatzung, ein wahres Schnäppchen. Am Abend dann ein Umtrunk am Steg bei der Chicca (Prosecco), dann geht es in den Ort der ja nur 100 Meter vor der Marina liegt. Gudrun und ich nehmen eine Pizza, Gerhard, Hanni, Christian und Dorli nehmen eine Jause im Hafen. Danach treffen wir uns zu einem netten Ausklang in der Taverne des Ortes. Beim nach Hause gehen beginnt es wieder zu tröpfeln……

 

Motorleistung 4 Std 10 Min, 41 km

Wasser 16°, Luft 23°, mäßig bewölkt

Meer 2, Wind 1

 

06.09.2014

Die Sonne scheint, Ruhe, keine Wasserbewegung, es ist einfach herrlich hier in Cortelazzo. In der Panificio hole ich frisches Gebäck, Frühstück an Bord. Um 09:30 Uhr öffnet das Büro, wir erledigen die Formalitäten und legen um 10:05 Uhr ab, Kurs Meer. Eine 13 Kilometer Panoramafahrt entlang der Küsten von Jesolo, sauberes Wasser bis zum Hafen Vechio Piave wo die Häfen von Jesolo (Steuerbord) und Cavallino (Backbord) liegen, der Fluß ist eigentlich die Sile. Nach kurzer Fahrt Flußaufwärts kommen wir zur Schleuse von Cavallino, in 10 Minuten haben wir sie passiert. Christian verliert einen Fender, keiner bewerkt es und der Schleusenwärter wird schon den „Hunderwoswasiwievielten“ nun an der Wand hängen haben. Die Fahrt durch den Ort Cavallino und dan im Kanal Pordello ist wunderschön aber tückisch. Dalben nur auf Backbord, Steuerbord sofort seichtes Wasser, nur 30 cm und dass bei fast Höchststand der Tide.Dann müssen wir uns entscheiden, es gibt 3 Wege in die Lagune von Venedig. Bei zwei Wegen gibt es Brücken unter 2 Meter und die Brücke öffnet nicht zwischen Samstag Mittag und Montag Früh, also nehmen wir den Aquavia Richtung Treporti. Dort ist die Brückendurchfahrt mit 3 Meter angegeben. Böse Überraschung bei der Ankunft, „Da kommen wir nicht durch“ Christian und ich holen ein Maßband und messen in der Brückenmitte, 210 cm hat es, meine Chicca ist 215 cm hoch !!!! Ein Blick auf den Tidenkalender lässt hoffen, in 3 Stunden ist Tiefststand und es sollte hier der Wasserspiegek 30 cm fallen. Wir starten unsere Kocher, Brot haben wir noch, es gibt Verpflegung aus der Dose. Gulaschsuppe Meisterkessel schmeckt nicht schlecht. Nach dem Mahl gehen Gudrun, Dorli und Christian in den Ort Treporti, der Rest der Seefahrer bleibt an Bord und horcht in den Polster. Um 15:30 Uhr misst Christian nochmal, es sollte sich ausgehen, wir riskieren es. Knapp aber doch, wir sind durch und fahren in die Lagune von Venedig, der erste Vaporetto begegnet uns, Wellen fast einen Meter hoch durch den Bootsverkehr, eine andere Welt. Kurs Süden, vorbei an Punta Sabbioni, zu den Baustellen der Hochwasser Schleusenkonstruktion und weiter über den Anleger Biennale Richtung Lido. Dann Kurswechsel Richtung Markusplatz und in den Kanal Giudecca. Dann sehen wir sie schon die Kreuzfahrtschiffe, mit einem hatten wir schon kurz Gegenverkehr, hier stehen noch solche 12 Stock hohe Ungetüme. Auch die Yacht Carinthia VII von Heidi Horten liegt hier vor Anker. Traumkulisse, Traumbilder haben wir bildlich fetsgehalten. Es geht weiter Richtung Fusina, wo wir für diese Nacht den Stellplatz ins Auge gefasst haben. Die telefonische Anfrage vom Wasser aus klingt nicht gut – siamo pieno, wir sind voll – lautete die Auskunft. Die freundliche Dame ruft aber zurück und sagt wir sollen einfahren. Gerhard und ich bekommen einen Platz in der Einfahrt – ormeggio inghlese – mit seitlichem Ausstieg, Christian liegt im Hafen drin. Manöverschluck für alle an Bord der Chicca, ein Franciacorta aus den Beständen von Edi aus Gorizia wird heute ausgetrunken. Für die Magenleidenden gibt es einen Kräutersud aus der Flasche…….. Anmelden, registrieren im Office (€ 10,00 pro Boot und Nacht, Kroatien nimm dir ein Beispiel) Duschen. WC alles perfekt sauber, es hat sich viel geändert seit unserem letzten Besuch mit dem Hausboot vor sieben Jahren! Abendessen dann im Restaurant, die Musik aus der Dose ist etwas laut, daher Absacker wieder auf der Chicca bzw. am Steg davor, um 23:30 Uhr geht es in die Kojen!

 

Motorleistung 4 Std 50 min, 48 Km

Wasser 19,7°, Luft 24°, wolkenlos, dann leicht bewölkt

Meer 2, Wind 1

 

07.09.2014

Heute Start zur Fahrt auf den Brenta Kanal. Schon um 07:30 Uhr Frühstück, um 08:45 Uhr fährt Gerhard zum Tanken, um 09:00 Uhr starten wir die Fahrt. Schon nach kurzer Zeit die erste Schleuse von Mornazani. Kurze Wartezeit und wir 3 Boote fahren gemeinsam mit einem Hausboot in die Kammer ein. Für Christian und Gerhard eine Premiere, geschleust wurden sie noch nie. Nach der Ausfahrt und einer Anhebung von nur ca. 20 cm (am Meer war Höchststand) setzen wir die Fahrt fort. In Malcontenta die erste Drehbrücke, es folgen noch 4 Brücken in Oriago bis wir am Ortsanfang von Mira eintreffen. Vergeblich suche ich einen Platz zum Anlegen, hier wäre es schön aber nichts zu finden, also setzen wir die Fahrt fort. Es folgt eine weitere Schleuse die uns 1,5 Meter anhebt, wir sind nach der Ausfahrt im Zentrum von Mira. Aber auch hier kein Platz für 3 Boote. 3 Brücken sind in Mira selbst zu passieren, Gott sei Dank ist heute Sonntag und fast alle Brücken sind mit Wärtern besetzt. Unter der Woche muss man sich nach den Ausflugsschiffen orientieren oder aber bei jeder Durchfahrt anrufen um die Brücken oder Schleusen geöffnet zu bekommen. Montag’s ist ein Befahren des Brenta Kanals nicht möglich, da haben die Wärter ihren freien Tag. A pro pos Ausflugsschiffe, uns sind nur 2 begegnet, Hausboot hat uns eines flußauwärts begleitet, bei der Rückfahrt verperrte uns ein Hausboot den Weg, es war auf Grund gelaufen und musste mit Seilen aus dem Dreck gezogen werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz sind wir dann bis kurz vor Dolo gelangt, beim Steg der Villa Badoer gelang es uns fest zu machen. Ein Schattenplatz wie er perfekter nicht sein kann. Unsere Jausenbehälter kommen auf die Tische und wir lassen es uns gut gehen. Christian und Gudrun unternehmen einen „Erkundigungsrundgang“ ich mache mein „MIttagsschlaferl“ Pünktlich um 14:00 Uhr beginnen wir mit der Rückfahrt, mit den Wärtern der letzten Brücke haben wir 14:30 Uhr für die Durchfahrt vereinbart. Wir sind pünktlich, die Wärter nicht, wir telefonieren und nach 25 Minuten kommen sie. Unsere Rückreise auf der gleichen Strecke zeigen uns noch einmal die 20 Villen in diesem Bereich des Brenta Kanals – die schönsten sind wohl die Villa Foscari in Malcontenta und die Villen Ducale bzw. Widmann zwischen Oriago und Mira. Die Villa Priuli wird gerade restauriert und ist komplett eingerüstet. Viele der Villen stehen leer und sind leider auch sehr baufällig, hoffentlich werden sie uns erhalten bleiben. Die Fahrt zurück (insgesamt 7 Brücken und 2 Schleusen) genießen wir bei herrlichen Sonnenschein, der uns schon den ganzen Tag begleitet. Viele Einheimische sind heute an den Ufern des Kanals mit Fahrrädern unterwegs, ab und zu gibt es ein Picknick, Boote kommen uns erst bei nach der letzten Schleuse wieder entgegen, dann aber an die 30 Stück. Nicht alle halten sich an die Geschwindigkeitsvorgaben, einige sind wirklich erheblich drüber. Um 16:55 Uhr erreichen wir die letzte Schleuse, um 17:10 Uhr sind wir wieder 180 cm tiefer unterwegs Richtung Fusina, wo wir noch einmal nächtigen. Duschen, und ab ins Restaurant zum Abendessen, danach noch die letzten Tropfen vom Kräuterschnaps am Steg vor der Chicca und ab in die Falle!

 

Motorleistung 6 Std 35 min, 35 Km (Wartezeit 75 Minuten bei den Brücken und Schleusen)

Wasser 16°, Luft 25°, leicht bewölkt, später wolkenlos

Meer  1, Wind 0

 

08.09.2014

Ein Traumtag kündigt sich wieder an, blauer Himmel, angenehme Temperatur am Morgen, nach dem Frühstück an Bord der Chicca nehmen wir Fahrt auf, Leinen los um 09:30 Uhr, Kurs Süd , Kanal Marghera, bis nach Alberoni. Wir wollen tanken, leider hat die geschützte Tankstelle geschlossen. Also weiter nach Malamocco. Am Stadtanleger keine Ringe vorhanden, den besten Platz besetzt ein Ausflugsschiff. Also müssen wir daneben anlegen. So gut es geht sicher ich meine Chicca mit 3 Fender und 2 Kugelfender – trotzdem passiert es! Nachdem ich vom Stadtrundgang und Capuccino zurück komme ist die Chicca beschädigt. Durch ein Linienboot welches sicher nicht das Speed Limit eingehalten hat, wurde die Chicca nach unten gezogen und dann nach oben gedrückt, direkt unter einen Sparren des Anlegestegs. Das Gelcoat hat sich abgelöst, ist reparierbar aber ärgerlich. Christian und Gerhard haben die Frauen aussteigen lassen und sind nicht am Steg geblieben. What shall’s ! Ich lasse mir die gute Laune nicht verderben, wir fahren weiter Richtung Lido, dort soll die Tankstelle geöffnet sein, was auch zutrifft, nur der Schwall ist enorm, nur mit Mühe können wir anlegen und fixieren, eine etwa 80 jährige Tankwartin ist auch keine Hilfe!!!! 60 Liter tanken wir um wohlfeile 105 Euro. Aber ich bin beruhigt, die Tour kann weiter gehen. Auch Christian und Gerhard füllen die Tanks. Wir nehmen Kurs zur Insel Burano, fahren weiter bis zur Insel Mazzorbo. Im Restaurant all’Madallena speisen wir vorzüglich, schauen uns auch das Lokal Venissa an, hat heute leider geschlossen, hat  aber einen wunderschönen Garten, war schon mal dort. Danach gibt es einen Verdauer aus Zirbe, dann gibt es eine Inselrundfahrt um die Insel Burano. Dann geht es durch den Kanal Sile Richtung Portegrandi, in der Marina bekommen wir Transitplätze. Es gibt hier sogar einen Aufenthaltsraum wo wir nach der Abendjause gemütlich zusammen sitzen können. Erst gegen 22:00 Uhr gehen wir unter die Dusche,dann danach gleich in die Kojen.

 

 

Motorleistung 5 Std 25 min, 49 Km

Wasser 24°, Luft 28°, wolkenlos

Meer 1, Wind 1

 

09.09.2014

Ein nebeliger Herbsttag heute, aber die Sonne kommt schnell wieder auf. Wir frühstücken in der Marina Portegrandi und fahren um 09:30 Uhr durch die Schleuse direkt beim Hafen. Danach geht es 10 Km schnurgerade nach Caposile, im Buch habe ich gelesen um 10:30 Uhr öffnet die Brücke. Wir kommen pünktlich an, aber von Brückenwärter nichts zu sehen. Die Brücke wird gerade restauriert. Die Arbeiter die beschäftigt sind können die Ponte nicht öffnen. Ein Vorarbeiter telefoniert nach dem Brückenwart, der kommt gegen 11:00 Uhr und erklärt dass die Brücke wegen Hochwasser nicht geöffnet wird. Vielleicht um 16:00 Uhr ist es möglich. Der Frust sitzt tief, eine alternative Strecke gibt es nicht, wenn dann nur zurück nach Venedig und dann am Meer nach Jesolo. Das wollen wir nicht, also warten wir. Zuerst gehen wir in die uns schon bekannte Bar, dort werden wir nicht bedient, also wechseln wir die Strassenseite und kommen so in die Sax Bar. Wir vergewissern uns telefonisch, dass das Restaurant „alla Cacciatora“ geöffnet hat, verbringen dort unsere Mittagsrast bei Fritto Misto und Grigliata mista die carne. Ein ausgezeichneter „Frizzante“ rundet ab, einen Limoncello gibt es wie einen Gruß aus der Küche als „Regalo“ – PERFEKT. Um 16:00 Uhr sind wir wieder pünktlich an der Brücke, vom Brückenwart nichts zu sehen. 4 Telefonnummern rufen wir an, 3 heben nicht ab, 1 sagt er ist nicht mehr zuständig. CHAOS wie wollen wir heute noch bis Cortelazzo kommen. Gudrun bittet den Vorarbeiter nochmals den Brückenwärter anzurufen, dieser lehnt ab „ die Brücke wird erst um 17:30 Uhr geöffnet“ Ein Bauernschnapser am Ufer vertreibt die Zeit, die Mädels gewinnen gegen die Kapitäne! Um 17:30 Uhr ist es wirklich Realität, die Brücke dreht sich auf, wir können passieren. 2 Brücken in Jesolo Stadt haben wir noch vor uns, der Weg sind knapp 15 km bis dahin, um 18:30 öffnen die Brücken das letzte Mal, erfahren wir per Telefon. Wir geben Gas, trotz 10 Kmh Begrenzung brausen wir mit fast 8 Knt Richtung Jesolo und schaffen es bis 18:25 Uhr. Dann die Erleichterung, wir kommen unter den geschlosssenen Brücken durch. Die Dämmerung hat schon eingesetzt und wir haben noch gut 25 km zu fahren. Als wir im Porto Turistico die Cavallino ankommen wird es finster. Bei Vollmond fahren wir die restlichen 15 km bis Cortelazzo am Meer, nur nach Instumenten, Sicht gleich null! Wir schaffen es, um 20:45 Uhr sind wir im Hafen, leider alles geschlossen, kein WC, keine Dusche aber ein Platz für unsere 3 Boote. Im Ort lassen wir den Tag ausklingen, kurz vor Mitternacht gehen wir zu Bett!

 

Motorleistung 4 Std 10 Min, 45 km

Wasser 16°, Luft 24°, leicht bewölkt

Meer 2, Wind 1

 

10.09.2014

Um 1:30 Uhr in der Nacht beginnt es fürchterlich zu schütten, ein Starkregen geht nieder und hält bis gegen 07:00 Uhr früh an. Dann hört es auf und wir können in die Bäckerei gehen um Brot zu kaufen. Dem Frühstück steht nichts im Wege. An Bord unserer Boote wird das Frühstück eingenommen. Dann taucht der Hafenmeister auf, leider hat auch er keinen Schlüssel zu den WC’s so heißt es weiter warten. Erst gegen 09:40 Uhr taucht die Susi aus dem Ufficio auf und ist ganz erstaunt uns zu sehen. Ich erzähle ihr von unseren Erlebnissen, sie meint nur „Questo Italia“ Wenig Trost aber sie ist human, wir bezahlen nur 30 Euro für alle 3 Boote, und sie informiert die Drehbrücke von Torre die Fine, regelt auch dass wir nichts bezahlen müssen (Normalpreis € 18,00 pro Öffnung) Bei der Anfahrt zur Brücke springt plötzlich ein Merluzzo mit gut 35 cm in unsere Chicca. Er schlägt sich selbt im Todeskampf blutig, erst nach 3 Minuten kann ich ihn fassen und ins Wasser zurück werfen, er schwimmt! Heute kommen wir zügig voran, allerdings erwischen wir die Brücke nach Caorle nicht zeitgerecht, wir müssen bis 14:30 Uhr warten. Macht nichts, ein Stadtbummel hat auch was, Mittagspause in Caorle!  Pünktlich um 14:30 Uhr öffnet die Brücke, wir 3 passieren und hinter uns ein Ausflugsboot. Wir bleiben steuerbord und lassen ihn passieren, er ist ja schneller als wir. In seinem Sog ist das Fahren nicht leicht, immer wieder muss man nachlenken und korrigieren, also lassen wir etwas Abstand zum Großen und tuckern gemütlich weiter. Wir kommen wieder zum Canale Nicesolo, diesmal aufwärts und dann zweigen wir in den Canale del morto ein, welcher uns direkt zum Mazarak bringen soll. Leider stellen wir bei der Ankunft fest, Oggi giorno di riposo, den Hunger haben wir uns für hier aufgehoben, wir hätten sonst locker in Caorle zu Mittag schmausen können. Lagebesprechung, Gerhard beschließt mit seiner Hanni direkt nach Grado zurück zu fahren. Sein Boot ist vom nächtlichen Regen innen nass, alle Schlafsäcke und auch die Unterlags-matten, alles nass, er möchte einfach nur Heim. OK Tschüß ihr Beiden, Christian, Dorli und wir Beide fahren nach Bibione Porto Baseleghe und wollen noch in den Pool springen, angelegt wird wegen der Strömung „inghlese“ und ab in den Pool. Am Abend wollen wir in die Hafenkneipe „Osteria del porto“ aber keine Leute zu sehen, Licht brennt, kein Betrieb, also weiter nach Pineta. Dort finden wir ein nettes Restaurant und schneiden uns eine Pizza ein, Gudrun löffelt Spaghetti alle vongole, alles schmeckt gut. Ein Abendspaziergang mit Gelati, am Strand, durch den Sand,  zum Theater in unserem Quartier. Heute Live Musik, tolle Show mit guten alten Hits von Spencer Davis, Pink Floyd, etc. wird von 7 Mann und einer Sängerin dargeboten. Um 22:30 Uhr gehen wir aufs Boot und köpfen noch eine Flasche Welschriesling, dann beginnt es zu tröpfeln, der Wind bläst fast 3 Bft, die Wellen schlagen seitlich zum Boot, unruhige Lage heute Nacht……….

 

Motorleistung 3 Std 30 min, 36 km

Wasser 17°, Luft 23°, mäßig bewölkt

Meer 0, Wind 1 unter Tags

 

11.09.2014

Seit 02:00 Uhr früh schüttet es wieder aus vollen Kannen, wir haben die Luke schon beim Schlafengehen geschlossen. Es prasselt richtig aufs Vorschiff, aber wir dösen dahin. Der Wind hat nachgelassen, das Boot liegt jetzt ruhig am Steg. Um 07:30 Uhr stehe ich auf, es ist komplett dunkelgrau, aber es regnet nicht, also schnell in den DESPAR und einkaufen was wir brauchen fürs Frühstück an Bord. Beim zurück gehen erwischt mich der nächste Schauer und ich bin bis auf die Haut nass, meine Windjacke hat nichts abgehalten. Umziehen und Kaffee kochen, Frühstück mit Mortadella, Prosciutto crudo und Marmelade dazu ein Giabatta, perfekt! Jetzt heißt es warten, bei diesem Sauwetter können wir nicht einmal ablegen. Einen Blick auf’s Meer hab ich schon geworfen, die Heimfahrt nach Grado wird am Meer erfolgen, soferne es sich nicht noch wesentlich ändert. Während ich diese Zeilen schreibe, frischt der Wind schon wieder auf, Bora mit 3 Bft ist es sicher, schau ma mal! Eben (es ist jetzt 09:21 Uhr) kommt durch den Lautsprecher eine Sturmwarnung !

Um 11:30 Uhr lässt der Regen nach und wir können starten, Leinen los, Verdeck aber dicht geschlossen verlassen wir Porto Baseleghe. Bis zur Schleuse in Bevazzana a destra alles frei, die Sicht ist schlecht, durch die Windschutzscheibe ist fast nichts zu sehen durch die dicken Regentropfen. Die Radfahrbrücke ist geschlossen in Bevazzana, ein Telefonat und der Wärter öffnet, wir können ungehindert vorbei fahren. Als wir dann in die Lagune von Marano kommen sehen wir uns plötzlich mit mehr als einen Meterhohen Wellen und 4 Bft Wind konfrontiert, die ganze Lagune ist aufgewühlt und hat Schaumkronen, aber da müssen wir durch. Eine Regal 30 Fuß Yacht welche aus Aprilia Marittima gekommen ist und vor uns fuhr, dreht um, es macht ihnen sicher keinen Spaß heute, wir müssen aber weiter. Der Kampf gegen Wind und Wellen dauert mehr als eine Stunde, erst nach Porto Buso wird das Wasser flach und der Wind wird schwächer. Hinter uns und Backbordseitig sehen wir blaue Himmel, wir müssen aber in eine graue Regenwand Richtung Grado fahren. Als wir in Grado ankommen wird der Regen Gott sei Dank schwächer, ich kann die Fender ausbringen und für das Anlegen klartmachen, Gudrun ist im Vorschiff eingeschlafen. Die Strömung passt, leichte Bora aus NE ich kann alleine anlegen. Die Chicca liegt in der Darsena, der Törn ist zu Ende. Für den Abend habe wir uns nochmals alle verabredet, wir fahren in die Baracca del pesce Paella essen, danach gibt es bei Christian und Dorli noch einen Abschlußgrappa. Gudrun, Dorli, Hanni, Christian und Gerhard fahren morgen wieder nach Hause, ich bleibe in Grado. Eine Generalreinigung der Chicca steht an und von Samstag bis Montag kommen 3 Freunde zu mir nach Grado.

 

Motorleistung 4 Std 05 Min, 43 km

Wasser 19°, Luft 20°, Regen

Meer 2 – 3, Wind 3 - 4  

 

Fazit der Reise:

Schöne Tour, viel zu sehen, aber die Venezianer sind keine Friulaner, Freundlichkeit wie wir sie aus Grado kennen ist eher selten, die Brückenwärter und Schleusenwarte kühl und unfreundlich, auch die Spende von 3 Bier bei der Auffahrt  Brentakanal hat nichts geändert, bei der Rückfahrt unpünktlich. Eine Brückensperre wie in Caposile wurde nirgends erkenntlich gemacht, keine Tafel, keine Info im Hafen bzw. in der Marina oder letzten Schleuse. Ohne der italienischen Sprache mächtig zu sein, würde ich keinem Kollegen raten diese Tour zu fahren. Kartenmaterial der Aquavie muss unbedingt vorhanden sein, Höhenangaben der Durchfahrten sind immer bei Mittelwasserstand angegeben, da kann man auch seine Erlebnisse haben. Tidenstände spielen auch in der Lagune eine wichtige Rolle und sind nicht zu unterschätzen. In Venedig selbst gibt es unwahrscheinlichen Schwell durch die vielen Boote, Tanken am Lido ist eine Akrobatiknummer für den Mann (Frau) am Vorschiff. Ausnahmen waren der Hafenchef in Fusina, Paolo und Susi in der Marina di Cortelazzo – wirklich ausgesprochen HILFSBEREIT und FREUNDLICH ! Fürs Wetter kann niemand was, aber bei Regen zu fahren ist trostlos und man sollte hier eher einen Ruhetag einschalten und/oder die Tour abändern. Wir hatten das Glück das es während unseres Törns nur 2 Mal geregnet hat, Grado – Bibione am ersten Tag und Bibione – Grado am letzten Tag, wir sind an diesen beiden Tagen trotzdem gefahren, weil wir einfach dieses Revier schon kennen und nichts neues mehr entdecken konnten.

Gesamtleistung 337 Kilometer, 35 Std 25 Minuten Fahrzeit!

Fotos gibts noch keine, es wird ein Video von der Reise geschnitten, dauert etwa noch 10 Tage