Schifferlfahrn, essen, trinken - lustig sein !

Schiffstagebuch Grado

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Venezia vedere e godere unsere Venedigreise 2015

14.09.2015 10:46

Samstag 5. September, alles grau in grau in Ossiach, Anreisetag für unseren diesjährigen Törn nach Venedig. Wir fahren erst gegen Mittag, die Wetterprognosen sind für heute schlecht, aber morgen wenn wir starten sollte es passen. Wir kommen in Grado an und nutzen eine Regenpause um unsere 7 Zwetschken im Boot zu verstauen. Allerhand was da alles mit muss, Lebensmittel, Gaskartuschen, Getränke, und und und...... Abends wollen wir uns noch mit Ute und Helmut, meinem Cousin in Grado treffen, unmöglich, es schüttet wie aus Kannen! Wir treffen uns mit Helga und Sepp, Dorli und Christian und Gerhard - unseren Begleitern bei dieser Bootstour in der Wohnung von Maiers in Pineta, dort überstehen wir Bora und Gewitter. Gegen Mitternacht begeben wir uns auf die Chicca zur Nachtruhe, hoffen auf schönes Wetter für unseren Törn.

Sonntag 6. September, Frühstück in der Altstadt, danach noch die letzten Einkäufe im COOP und ab auf's Boot. Überpünktlich treffen die Boote Marina und GM bei uns am Steg ein, unser Klapprad kommt zu Gerhard auf's Boot, in Venedig sollte er sich damit leichter tun! Die Reise kann beginnen, Leinen los um 09:50 UHr bei wolkenlosem Wetter und kaum Wind. Nach 15 Seemeilen am Meer, legen wir im Tagliamento bei Willi an und geniessen herrliche Spaghetti mit Salat. Nach dem obligaten und allgemeinen "Lulu" Besuch setzten wir die Tour fort und fahren durch die Schleuse von Bevazzana sinsistra in den Kanal der uns direkt nach Bibione bringt. In der Marina des Camping Capolongo legen wir, wie es sich gehört, röm/kath. an und die Mädels führt es sofort zum Pool, wir Capitanos haben noch die Anmeldung in der Rezeption und Bezahlung in der Kassa vor uns. Dann gibt es für uns Männer eine Ruhepause an Bord unserer Schiffe. Um 18:00 Uhr öffnen wir unsere Küchenschränke, die Griller werde angeworfen, es gibt Kotelett mit Polenta und Salat, zubereitet an der Kaimauer und in den Booten verspeist. Geschirr spülen am Campingplatz macht Spass, alles vorhanden, sogar eine Spülmaschine, die sehen wir aber erst als wir schon fertig sind mit Abwaschen! Abendprogramm dann auf der Eventbühne, das Musical "Findet Nemo" wird aufgeführt, gegen Mitternacht legen wir uns in die Kojen, gegen 04:00 Uhr Früh prasselt kurz ein Regenguss auf unsere Dächer.......

Montag 07.09. Die heutige Etappe bringt uns schon in die Lagune nach Venedig. Start um 10:25 Uhr nach einem Frühstück an Bord mit Kaffee und Brioch alla Crema, wir fahren am offenen Meer, vorbei an Caorle, Cortelazzo bis nach Jesolo, in die Flussmündung der Piave und den Leuchtturm der hier nächtens den Weg weist. Dort legen wir bei einem Privatsteg eines Restaurants an, nehmen Anstandshalber ein Getränk zu uns, um 14:00 Uhr sperrt das Lokal und wir haben den Steg für uns alleine und machen Picknick an Bord. Nach der Jausenpause geht es zur Schleuse welche uns in den Kanal von Cavallino bringt. Wir müssen warten, es sind gerade Boote in der Schleuse, aber 10 Minuten haben es auch wir geschafft, es geht gen Venedig. Vorbei am Agriturismo "La Barena" (wir wollten ursprünglich hier zu Abend essen und Nächtigen, aber Mo leider geschlossen) geht es durch das Naturschutzgebiet nach Treporti in die Marina Fiorita, wo wir bereits angemeldet sind. Ein kurzes Telefonat und schon kommt der Marinaio und weist uns unsere Plätze zu. Eine neue Marina, tolle Ausstattung, WC und Duschen in einem Container, aber sauber! Eine Kneipe gibt es, eine Snackbar ebenfalls und das Restaurant "Antica Dogana", ausgezeichnet aber nicht ganz billig. Gudrun und ich haben hier schon mal mit dem Hausboot gestanden und gespeist, heute gibt es aber Spaghetti ragu mit Tomatensalat aus der Bordküche von Christian. Leider haben wir an Bord keine gekühlten Getränke mehr, bei der Mittagspause habe ich schon festgestellt, dass unser Kühlschrank nicht richtig kühlt, hatte ihn auch kälter gestellt, aber nun sind die Sachen wie Butter, Wurst und Käse und mein geliebtes alkoholfreies Bier nicht mehr zu verwenden. Gerhard leiht uns seine Kühlbox, es reicht für die Butter und die Lebensmittel, aber die Getränke sind nicht kalt genug, na ja Christian hat ja auch ein wenig Platz, wir improvisieren. Die kleine Bar schliesst leider schon um 20:45 Uhr, na ja wir nehmen unseren Schlummertrunk aus der Kühlbox und gehen zeitig in die Kojen.


Dienstag 08.09. Frühstück in der Bar am Hafen, dann meldet uns die Rezeption gleich in Venedig in der Marina Santelena an, um 09:45 legen wir ab. Vorbei an den Inseln, Burano, Marzorbo, Murano kommen wir direkt nach Venedig nach Ponte Nove. Weiter den Kanal San Nicolo bis in unsere Marina erreichen, kurzer Funkspruch auf Kanal 77 und schon ist der MArinaio mit seinem Gommoni bei uns und weisst uns unsere Plätze zu. Viel Platz in der nagelneuen Marina, wir dürfen auch "inglhese" anlegen, mit der Längsseite am Steg. Es ist einfach bequemer als ständig über das Heck aus und einzusteigen. Von 12:00 Uhr bis 21:30 Uhr bewundern wir Venedig, Gerhard hat unser Klapprad aktiviert, aber schon beim Ausgang der Marina wird er daruf hingewiesen, dass Fahrräder in Venedig verboten sind !!! Nix da, er hat eine neue operierte Hüfte, er kann nicht so lange gehen, er fährt mit dem Teil wo es geht, über die zahlreichen Brücken tragen wir das Rad und wo es gar nicht geht schiebt er halt das Minirad'l. Kritisch ist es eigentlich nur an der Rialto Brücke, dort wird er auch angestarrt von den Einheimischen, Fahrräder in Venedig sind so wie Ferrari auf der Alm ! Das viele Latschen mach müde, wir nehmen noch einen Scheidebecher im Park und gehen zu Bett, nur Christian zieht es nochmals ins nächtliche Venedig!

Mittwoch 09.09. Wieder Frühstück an Bord unserer Boote, dann ab zur Vaporettostation, am Vorabend haben wir schon Tagestickets gekauft, heute wird mit den Öffis geschippert. Ich muss hier festhalten, dass das Boot fahren in Venedig schon seinen Reiz hat, aber lustig ist was Anderes ! In den Aussenbereichen und umliegenden Inseln ist es ja noch vertretbar, aber was sich vor dem Lido und dem Marcusplatz abspielt, auch im Kanal von Giudecca ist nicht mehr einladend und macht auch keinen Spass. Also heute Inselhüpfen, wir beginnen mit Murano der Glasbläserinsel, eine teure Ecke von Venedig, weiter geht es zur Insel Burano und seinen vielen färbigen Häusern. Hier machen wir auch Mittagsrast. Nach Burano geht es nach Punta Sabbioni und zum Lido di Venezia. Wir inspezieren die Badestrände und landen auch in der CineCitta wo gerade die Bienale läuft. Viele Stars aber keine wirklichen Promis bekommen wir vor das Gesicht, aber der Flair ist schon spürbar. Mit dem Vaporetto geht es dann wieder zum Markusplatz, hier wimmelt es nur so vor Leuten....... Wir suchen uns am Heimweg zur Marina eine liebe kleine Trattoria, finden "da Toni" mit Giardino interno und nehmen unser Abendmahl ein. Es ist fast Mitternacht als wir in die Marina kommen.


Donnerstag 10.09. Die Bora bläst eigentlich schon seit Samstag, bei der Herfahrt nach Venedig, am offenen Meer hatten wir stets Rückenwind und eigentlich keine Probleme. Die letzten beiden Nächte in der Marina waren eigentlich auch vom Wellengang her ruhig, aber heute nach dem Auslaufen aus dem Hafen bekommen wir schon die ersten schlimmen Vorzeichen. Frühstück an Bord unserer Boote, Abschied von Santelena und rein ins aufgewühlte Meer. Schon auf der Fahrt nach Punta Sabbioni haben wir Wellen von mehr als einem Meter. Nach der neuen Schleusenanlage wird es besser, wir haben günstige Strömung und sind schon bald bei der Marina Punta Sabbioni wo Gerhard seine Tanks füllt. Wir fahren durch den Kanal von Treporti wieder Richtung Jesolo, passieren die Schleuse am Ende von Cavallino und wollen beim Faro aufs offene Meer raus, es bleibt beim wollen ! Mehr als 2 Meter hohe Wellen rollen auf uns zu, dazu Wind mit 4 Bft und so sollen wir die mehr als 10 Sm bis Cortelazzo schaffen ? NO, no go, es geht nicht, wir drehen ab und suchen wieder Schutz im Flusslauf der Piave. Gerhard mit seiner nur 470 cm langen Quicksilver fährt erst gar nicht hinaus auf's Meer sondern beobachtet uns "Vorreiter" bei unserem Wellenritt. Die möglich Alternative ist weit und dauert lang, unser Weg führt uns erst mal Flussaufwärts bis Jesolo Stadt. Dort haben wir 2 Brücken zu passieren, wir schaffen es mit viel Bauchweh, es sind gerade mal 2 cm Platz über meinem Rettungsreifen und der Unterkante der beiden Brücken. Bis Caposile müssen wir Flussaufwärts fahren, es geht nur mit knapp 5 Knt wegen der Strömung. Vor der Drehbrücke von Caposile biegen wir rechts ab in die Vecchio Piave, einem naturbelassenen Abschnitt. Die Brücke in Caposile die wir passieren ist hoch genug, die Schleuse in San Dona di Piave ist offen allerdings hat es hier eine Strömung von mindestens 5 Knt, da hilft nur Gas geben! Es folgen fast 10 Sm der Piave entlang, vorbei an Eraclea bis Cortelazzo wo eine Drehbrücke geöffnet werden muss. Der Brückenwärter lässt uns warten, Hupsignale ignoriert er, esrt nach 15 Minuten fragt er nach ob wir passieren wollen. Wir erreichen kurz darauf die Marina von Cortelazzo, bekommen 3 Liegeplätze im Innenbereich, eng aber ruhig. Die Mädels schwingen sich in den Pool, die Capitanos müssen mal wieder den Organisationskram erledigen. Heute wird wieder an Bord gejausnet, wir haben noch reichlich Proviant und Verpflegung auf unseren Booten. Was fehlt wird im Supermarkt nachgekauft. Abends bleibt Gerhard im Boot, seine Hüften schmerzen, Christian bleibt bei ihm. Ich darf mit den 3 Mädels und Seppi auf ein Gelati, einige Prosecci und auch ein paar Spritzer in der Taverna ausgehen.  

nine/eleven der nicht zu vergessene Tag steht heute auch für uns am Programm, heute mach ich wieder mal einen grossen Motorcheck, alles OK, alles in Ordnung! Unsere Fahrt führt uns nach dem Frühstück an Bord aufs Meer, vorbei an Eraclea Mare bis Porto Santa Margherita. Hier wollen wir eigentlich eine Mittagspause in der Marina 4 machen und uns ein wenig die Füsse vertreten. Leider nicht möglich, nach dem Anlegen Anruf in der Rezeption ob dies OK sei, kommt die lapidare Auskunft - Grundsätzlich ja aber dafür sind € 13,50 pro Boot zu bezahlen - wir lehen ab, das ist Abzocke ! Wir haben bei unserer Reise zwischen 20 und 34 Euronen pro Nacht bezahlt, € 30,00 in Venedig im Zentrum, dann sollen wir hier in der Pampa 13,50 für eine Stunde berappen ? Nein grazie arrivederci ..... Wir fahren weiter, vorbei an Caorle bis zur Einfahrt Porto Falconera. Hier ist grösste Vorsicht geboten, sehr viele Untiefen lt. Karte zu beachten. Wir nehmen Kurs zum Lokal Mazarack, wo wir uns heute lukullisch verwöhnen lassen wollen. Um 13:30 Uhr erreichen wir Brussa und das Lokal, leider sind fast alle Anleger besetzt. Mit viel Glück finden wir neben dem Slip 2 Plätze für Christian und mich, Gerhard zwängt sich zwischen 2 Gommoni rein. Wir sind alle hungrig und freuen uns auf dieses Lokal. Fisch oder Fleisch was ist die Frage, ALLES ist die Antwort. Grosse Portionen Pasta ragu um sagenhafte € 5,00, 2 Stück Cefalu Frischfisch vom Rost um € 9,00, die Tagliata für wohlfeile € 10,50 fast wie im Paradies ! Nach dem wohl Zuviel an Essen geht es aufs Boot zum Verdauungsschlaf. Gerhard und Seppi auf der Wiese, ich auf der Chicca. Christian, Helga, Dorli und Gudrun starten ein 4er Schnapserturnier über 2 Stunden, als ich munter werde ist es bereits 17:15 Uhr. Die letzten 3 Sm bis Bibione machen wir in 25 Minuten, leider mit Grundberührung bei der Einfahrt vom Kanal in die Lagune. Christian und ich sitzen kurz auf im Schlamm, Gerhard sieht den Kakao und kann ausweichen. Zu dicht am Dalben gefahren und schon ists passiert, Kontrolle Ruderblatt funktioniert, Schraube dreht, nichts passiert - Gott sei Dank ! Um 18:15 endet der Tag in der Marina Porto Baseleghe in Bibione, der Marinaio weisst uns unsere Plätze zu und verschwindet, auch nicht schlecht - wir nächtigen Gratis ! Gerhard zeichnet sich durch ein ganz tolles Anlegemanöver aus, seine Leinen sind nur jeweils 6 Meter lang, sein Boot 4,7 Meter und der Abstand zwischen Bricola und Steg sind mindestens 10 Meter ! Seppi als CoCpt. bekomt am Vorschiff immer längere Arme, es sieht aus wie wenn er Wasserski fahren wollte, die Leinen sind einfach zu kurz. Also ist Verlängerung angesagt, dass bei ordentlich Stömung, es gibt schon zahlreiches Publikum..........  Abends dann nochmals Musical am Eventgelände, Tarzan steht auf dem Programm, wir machen Sperrstunde in der Bar um 22:30 Uhr.

Samstag 12.09. Alles hat ein Ende auch unser Törn. Letzte Etappe von Bibione nach Grado. Frühstück an Bord mit frischem Gebäck aus dem Supermercato, dann öffnet Christian seine Motorabdeckung. Schon in Cortelazzo beim Abendessen an Bord habe ich Dieselgeruck wahrgenommen. Wir haben es auf Dieselrest die im Wasser schwammen zurückgeführt, wird wohl einer schlampig getankt haben. Heute dann die Stunde der Wahrheit - der Dieselfilter bei seiner Marina ist undicht, hat ein kleines Loch und in der Bilge schwimmen fast 10 Liter Diesel. Also Filter abgeschraubt, Gerhard fährt mit ihm in die Marina Werkstätte um einen neuen Filter zu besorgen. Bei der Gelegenheit kann er seine GM auch gleich wieder auftanken. Wir verlieren eine Stunde Zeit aber das Leck ist dicht und kein weiterer Treibstoff gelangt ins Boot. Also legen wir erst um 11:10 ab, Kurs übers Meer bis Porto Buso. Dort wollen wir bei Mauro die letzte Mittagspause verbringen. Als wir um 13:30 Uhr auf der Isola Anfora eintreffen stehen die Boot in 3er Reieh bei Mauro, auch die Nuova Cristina kann nicht anlegen, wir drehen ab, versuchen es im alten intalienischen Hafen an der Westseite der Einfahrt, auch hier alles voll, kein Platz. Was tun? BARBANA ist die einhellige Meinung. Um 15:30 erreichen wir Barbana bei Niedrigwasser, anlegen problematisch aber wir schaffen es! Dann wird nochmals die Jausentasche geöffnet und gejausnet was da Zeug hält. Riesling vom Stark, Stiegl Bier, Schweinsbraten, Salami, Käse - alles da ! Um 18:10 Uhr verlassen wir Barbana und legen um 18:35 Uhr im Heimathafen an, auch unsere Bootskollegen melden sich ab, alle gut nach Hause gekommen! Schön war es ! Abends dann Ausklang mit Allen, bis auf Gerhard, er hat wieder Schmerzen. Wir treffen Helmut sowie Claudia mit Willi in der Filomena und können schon von einigen Hoppalas berichten und erzählen.

Sonntag 13.09. Putztag auf der Chicca! Nach dem Frühstück in der Altstadt kommen alle beweglichen Teile raus auf den Steg, die Chicca wird gründlich Innen und Aussen mit Frischwasser abgespritzt und geputzt. Alle Teppiche werden abgespritzt und gesaugt, alles nachgewischt und wieder eingeräumt. Der kaputte Kühlschrank ausgebaut, die mittlerweile nicht mehr funktionstüchtige Trinkwasserpumpe ebenfalls ausgebaut und im Auto verstaut. Dann will ich unseren CR-V starten - nix is - Batterie leer ! Habe am ersten Tag Gerhard von Christian nach Le cove geführt, dabei ein Licht eingeschlaten und vergessen es wieder aus zu schalten. Na ja und nach einer Woche ist keine Batterie der Welt mehr brauchbar wo ein "Sauger" dranhängt. Ich probiere es mit meiner Startbox die ich immer im Auto habe - nichts geht, Christian kommt mit seinem Volvo u nd mit meinem Starterkabel probieren wir es nochmals - njet ! Dann der letzte Versuch Kabel und Box - gemeinsam sind wir stark und der CR-V läuft wieder. Auf nach Ossiach, Pause in Venzone bei Michele und aus die Maus, das war's !