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Schiffstagebuch Grado

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Vom Eise befreit - Ende des Winterschlafs

15.03.2017 17:35

13.03.2017

Es geht das erste Mal, in der nun 8. Saison nach Grado, die ersten Arbeiten stehen an, die Chicca beendet ihren Winterschlaf. Dieses Jahr gab es ja tagelange Bora und Stürme mit mehr als 100 km/h in Grado, dem entsprechend sind die Abdeckplanen über dem Verdeck zerfetzt, als ich in die Marina komme um mein Fahrrad als erstes in Betrieb zu nehmen. Heute muss ich ja zwischen der Marina le cove und unserer Marina pendeln, da ist das Fahrrad die beste Möglichkeit. Wolfgang mit Titi und Alex haben mich mitgenommen nach Grado, ihre Kalura muss dringend ins Wasser, die Marina le cove wurde behördlich geschlossen und alle Boot müssen so schnell als möglich weg vom Gelände. Also werden nur die unbedingt notwendigen Arbeiten am Boot von Wolfgang erledigt. Es gibt einige Stellen zu spachteln und zu lackieren, das Antifouling ist zu machen und der Tapezierer Fabrizio kommt um das neue Verdeck zu erstellen. Aber es beginnt schon so richtig italienisch an diesem Vormittag. Wir waren für 10:30 Uhr bei der Comune, zum Arbeiten auf le cove angemeldet, der Chef des Bauhofes kommt aber erst um 11:15 Uhr, gemütlichen Schrittes aus seinem Büro zum Tor, um uns aufzuschließen. Michael mit seinem Bruder wartet, Fabrizio der Tapezierer wartet, Fabrizio der Mechaniker wartet, wir warten und dann gibt es den lapidaren Kommentar von Herrn Innocenti - um 13:00 Uhr schließe ich wieder ab, dann darf nicht mehr gearbeitet werden ! Was sollen wir in knapp 1 ½ Stunden schaffen? Na ja, die Bärntatz Crew, schleift den Unterboden im Akkord, Fabrizio der Tapezierer schneidet wie verrückt die neuen Verdeckteile zu, unser Mechaniker Fabrizio klemmt gleich mal die Batterien an und kontrolliert die Elektrik. Ich pendle zwischen Michael und Wolfgang im Hafen, spiele den Dolmetscher und versuche heraus zu finden wie wir in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Büro doch noch vernünftige Arbeitszeiten zusammenbringen. Punkt 13:00 Uhr kommt unser "Wachhund" und vertreibt uns vom Gelände, wir müssen die Arbeit niederlegen und die Marina le cove verlassen. Bei Pino treffen wir uns danach, verdrücken eine ausgezeichnete Lasagne und beratschlagen wie wir wohl die Boote von Michael und Wolfi am schnellsten von dort wegbringen. Huber unser 3. Bootseigner im Bunde hat noch das größere Problem. Fabrizio unser aller Mechaniker muss für den alten Mercury AB Ersatzteile erst in Slowenien besorgen, die bekommt er erst in einer Woche, Hubert muss sich wohl selbst um die Wasserung seines Bootes kümmern. Am Nachmittag helfen mir Wolfgang und Alex bei der Chicca, nach dem entfernen der Abdeckplanen ist mal eine gründliche Reinigung angesagt. Alex bessert mir mit Spachtelmasse meine "Rumpf-verletzungen" aus, Wolfi und ich schrubben und reinigen den Rumpf der Chicca. Titi genießt derweilen das Appartement in Citta Giardino und die Wärme in der Wohnung, wir in der Marina sind leider dem kühlen Wind ausgesetzt und beenden unseren Arbeitstag gegen 17:30 Uhr. Am Abend treffen wir uns in der Pizzeria Piassalber, Michael bringt neue Bootseigner mit, die ebenfalls in der Marina 2000 einen Liegeplatz für ihre neue Gobbi 265 gefunden haben. Klaus und Achim, 2 Hoteliers aus Pressegen bzw. Kleinkirchheim, keine Kinder von Traurigkeit und eigentlich immer durstig.

Nach einer ausgezeichneten Pizza geht es zu Lucy, das Al Goto hat leider, wie viele andere Lokale auch, geschlossen. Bei Lucy beginnt eine schwere Nachtetappe die erst weit nach Mitternacht, wie könnte es anders sein, bei Pino endet.

14.03.2017

Heute haben wir um 07:30 Uhr mit dem Chef vom Bauhof den Öffnungstermin vereinbart, es tut weh, nach so einer Nacht, um diese Zeit hier zu sein. Das Frühstück in der Bar Tegesteo dauerte nur einen Cappuccino und ein Brioche, dann sind wir pünktlich vor dem Tor zu le cove. Nur der Herr "Beamte" kommt um 08:15 Uhr gemütlichen Schrittes, nachdem Fabrizio schon telefonisch urgiert hatte. Die erste Ansage von ihm war - ich schließe heute um 13:00 Uhr wieder ab! Dann folgte wieder Papierkram und Ausweiskontrolle wie schon am Vortag aber wir hatten heute wenigstenbs die Chance mehrere Stunden arbeiten zu können. Die Bärntatz's nahmen gleich das Antifouling in Angriff, ich besorgte "Cavalucci's" und Wasserlinien Kleberstreifen. Fabrizio der Tapezierer brachte es wirklich zusammen das neue Verdeck von der Kalura in  6,5 Stunden fertig zu stellen. Die Näharbeiten hatte er alle in der Werkstätte gestern Nachmittag fertig gestellt. Heute waren dann nur mehr die Seitenteile anzupassen und die Fensterausschnitte zu erstellen. Zwischenzeitlich brachte ich auch mein Verdeck nach le cove und er konnte meine Kleinigkeiten reparieren. Wenn man bedenkt, auf le cove gibt es derzeit weder Wasser noch Strom, waren wir froh mein Aggregat mit zu haben um die wichtigsten Gerätschaften betreiben zu können. Wasser musste vom Friedhof geholt werden. Alex lackierte noch die ausgebesserten Rumpfteile, die Wasserlinie machten wir gemeinsam und eigentlich war die Kalura von Wolfgang zu Mittag bereit zum Wassern, Michael war auch fertig nur bei Hubert sind am Motor die Servicearbeiten noch ausstehend. Also müssen wir uns um eine Kranmöglichkeit für Mittwoch kümmern. Erst mal geht es aber zu Pino zum Mittagessen, Besuch kommt aus Villach, Weichsler Manfred war es langweilig in Villach, also rein ins Auto und ab nach Grado. Es gibt eine Einstandsrunde von ihm und wir genießen die verschiedenen Pasta Gerichte in unserer "Enoteca". Am Nachmittag sind wieder Arbeiten an der Chicca angesagt, es müssen die gespachtelten Stellen geschliffen werden. Ich wollte Ricco, unseren Marina Chef dazu überreden, die Boote von Wolfgang und Michael in le cove zu wassern - er darf leider nicht, da sein Kran keine Strassenzulassung hat. Michael hat aber in der Zwischenzeit mit seinem Quartiergeber im Hotel Serena den Roberto Marocco erreicht, dieser war mit der Bergung eines Bootes im Canale Schiusa beschäftigt, und Roberto erklärte sich bereit den Job zu übernehmen. Also wurde für Mittwoch um 09:30 Uhr der Krantermin vereinbart. Wir beschlossen den Arbeitstag in der Marina von Ricco di Prosperi und an meiner Chicca, zum Abendessen verabreden wir uns mit Offner's und Krakolinig's bei Lucy als Treffpunkt. Ich muss mit Paolo, ihrem Vater noch einen "Pensionistenausflug" im Juni vereinbaren. Am 08.06.2017 kommen mit mir 70 Pensionisten aus Ossiach nach Grado und machen eine Fahrt mit der Nuoca Cristina von Grado durch die Lagune nach Marano. Das alles ist Verhandlungssache, ich werde mit Paolo einig und kann fixieren. Danach gehen wir alle gemeinsam, ohne die Hoteliers Klaus und Achim die bereits wieder nach Hause gefahren sind, ins "il panino" zum Abendessen, danach noch in die Filomena wo es schon wieder neue Betreiber gibt. 2 Vifzack die Scaramuzza Brüder führen jetzt unser "Wohnzimmer" Preise unverändert  € 1,50 für ein Calice di vino, egal ob pur oder gespritzt. Heute sind wir aber um 23:00 Uhr schon zu Hause und fallen direkt in die Betten!

15.03.2017

Heute etwas mehr Zeit beim Frühstück in der Bar Tegesteo, pünktlich um 08:00 Uhr sind wir wieder vor dem Tor in le cove. Den Herrn Roberto Innocenti müssen wir wieder aus seinem Büro holen, wieder die Ausweis Prozedur und nach 3 Tagen kann er meinen Namen noch immer nicht schreiben, ist mir egal, heute sind wir das letzte Mal in dieser Marina. Der Kranwagen ist pünktlich und die beiden Boote sind um 11:30 Uhr im Wasser. Mit der Kalura darf ich zum neuen Liegeplatz fahren, begleitet von Fabrizio dem Mechaniker, Titi und Alex. Das Anlegemanöver klappt mit dem für mich fremden Boot und wir belegen es erst mal provisorisch. Wolfgang ist mit dem Auto gekommen und bringt Fabrizio wieder zu seinem Auto auf le cove. Danach taufen wir den Innenraum der Kalura und es gibt eine "Tarviser Jause" für uns, leider kein Wein aber Bier schmeckt auch dazu. Michael und sein Bruder sind zum Liegeplatz in der Marina 2000 gefahren und legen dort noch Hand an am Boot. Nachmittag dann noch ein Termin mit Claudio Trani dem Vorbesitzer von Wolfgangs Boot, er hat noch die Liegematten und Polster für das Boot. Alle diese Dinge werden in Wolfgang's Wohnung gebracht, am Boot ist leider noch kein Platz dafür. Gegen 16:00 Uhr machen wir uns dann auf den Heimweg, Zwischenstopp in der Ferramenta Aquileia, Wolfgang kauft noch Leinen, Fender und diverse Stecker für den nächsten Arbeitseinsatz in Grado. Um 18:00 Uhr sind wir in Landskron, wo mich Gudrun abholt und nach Hause bringt. Lange Pause gibt es keine, schon bald ist der nächste Arbeitseinsatz in Grado geplant, Motorservice, Antifouling und polieren ist angesagt, nach den Osterfeiertagen soll auch meine Chicca wieder ins Wasser kommen !